Symptome: Typische Beschwerden bei einer Prostatavergrößerung
Irritative Beschwerden
Vermehrter Harndrang
Nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
Ungewollter Urinverlust
Häufiges Wasserlassen mit kleinen Urinmengen
Obstruktive Beschwerden
Verzögerter Beginn des Wasserlassens (Harnstottern)
Unterbrochener oder verlängerter Harnstrahl
Abgeschwächter Harnstrahl
Restharngefühl
Zweizeitiges Wasserlassen
Akuter Harnverhalt
Ursachen: Wie entsteht das benigne Prostatasyndrom?
Die Entstehung des benignen Prostatasyndroms (BPS) ist komplex und wissenschaftlich nicht vollständig geklärt. Gesichert ist jedoch, dass hormonelle Veränderungen im Alter eine wesentliche Rolle spielen. Insbesondere die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) fördert das Wachstum des Prostatagewebes in der sogenannten Transitionszone. Darüber hinaus gelten altersbedingte Veränderungen der Zellregulation, genetische Faktoren sowie chronische entzündliche Prozesse als wichtige Einflussfaktoren. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen außerdem einen Zusammenhang zwischen dem benignen Prostatasyndrom und dem metabolischen Syndrom, insbesondere bei Übergewicht, Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Bewegungsmangel. Auch familiäre Veranlagungen können das Risiko erhöhen.
Untersuchung: Präzise Diagnostik in unserer BPS Sprechstunde
Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist die frühzeitige Erkennung der Blasenentleerungsstörung sowie eine stadiengerechte Diagnostik. In unserer spezialisierten BPS-Sprechstunde (siehe Kontakt-Button mit Indikations-Sprechstunden) bieten wir eine umfassende Basisdiagnostik und weiterführende Diagnostik an.
Basisdiagnostik
Ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung
Miktionsprotokoll (Dokumentation der Urinmenge)
Urinuntersuchung und laborchemische Diagnostik einschließlich PSA-Bestimmung
Sonografie mit Restharnbestimmung
Ultraschall der Nieren
Transrektaler Ultraschall der Prostata
Bestimmung der Detrusordicke (Blasenmuskeldicke)
Bestimmung der intravesikalen prostatischen Protrusion (IPP)
Digital-rektale Untersuchung (Tastuntersuchung)
ICIQ-Fragebogen zur standardisierten Erfassung der Beschwerden
Weiterführende Diagnostik
Blasendruckmessung (Urodynamik)
Zystoskopie
Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie)
Risiken: Welche Folgen hat eine unbehandelte Prostatavergrößerung?
Unbehandelt kann ein fortgeschrittenes benignes Prostatasyndrom (BPS) zu einer Schädigung des unteren und oberen Harntraktes führen. Mögliche Folgen sind Blasendivertikel (krankhafte Ausstülpungen der Harnblasenwand), eine dauerhafte Schädigung des Blasenmuskels, Restharnbildung sowie ein Harnstau der Nieren mit Einschränkung der Nierenfunktion. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko für wiederkehrende Harnwegsinfektionen, Entzündungen der Prostata oder Nebenhoden sowie die Bildung von Blasensteinen.
Maßgeschneiderte Behandlungswege bei einem benignen Prostatasyndrom
Bezüglich sämtlicher Therapieoptionen bei BPS besteht in unseren Team eine jahrzehntelange hohe Expertise. Unser Ziel ist eine moderne, leitliniengerechte und individuell abgestimmte Therapie unter Berücksichtigung der persönlichen Lebenssituation und der Wünsche unserer Patienten. Im Rahmen unserer spezialisierten BPS-Sprechstunde bieten wir eine individuelle, bedarfsgerechte und moderne Beratung sowie Therapieplanung an. Einige Verfahren werden auf dieser Seite genauer erläutert.
Fortschrittliche Verfahren und Beratung: Unser Leistungsspektrum auf einen Blick
Beratung zu allgemeinen und nicht-medikamentösen Maßnahmen
Medikamentöse Therapieoptionen wie Alpha-Blocker, β3-Agonisten, 5-Alpha-Reduktase-Hemmer, Anticholinergika, PDE-5-Hemmer sowie zugelassene Kombinationstherapien
- REZUM (minimalinvasives Verfahren)
TUIP (minimalinvasives Verfahren)
TUR-P (Transurethrale Resektion der Prostata – ein operatives Verfahren)
HoLEP/ThuLEP (Holmium- bzw. Thulium-Laser-Enukleation der Prostata – ein operatives Verfahren
Offene oder robotisch assistierte Adenomenukleation (operatives Verfahren mit dem da Vinci)
Sanfte Alternativen: Minimal-invasive Verfahren (Rezum & TUIP)
REZUM®-Therapie: Die Wasserdampfablation ist ein modernes minimalinvasives Verfahren, bei dem überschüssiges Prostatagewebe gezielt durch Wasserdampf behandelt wird. Besondere Vorteile sind die Schonung der Sexualfunktion mit hoher Wahrscheinlichkeit des Erhalts der antegraden Ejakulation, die geringe Belastung für den Patienten sowie die Möglichkeit der Behandlung auch bei höherem Lebensalter und mehreren Begleiterkrankungen.
Das Krankenhaus Reinbek beteiligt sich an einer internationalen Studie „SteamOne“ zur Rezum-Therapie
TUIP (Transurethrale Inzision der Prostata): Hierbei wird die prostatische Harnröhre durch kleine Schnitte im Bereich des Blasenhalses und der Prostata erweitert. Das Verfahren eignet sich insbesondere bei kleineren Prostatavolumina und wird durch die Harnröhre und somit ohne äußeren Schnitt durchgeführt.
Operative Gewebeabtragung: Behandlung mittels HoLEP, TUR-P und da Vinci-System
TUR-P (Transurethrale Resektion der Prostata): Die TUR-P gilt seit vielen Jahren als klassischer Standard in der operativen Therapie des benignen Prostatasyndroms. Hierbei wird das blockierende Prostatagewebe durch die Harnröhre in einer Art Hobeltechnik fragmentiert und die dabei entstehenden Gewebestücke ebenfalls durch die Harnröhre entfernt.
HoLEP/ThuLEP (Holmium- bzw. Thulium-Laser-Enukleation der Prostata): Hierbei wird das überschüssige Prostatagewebe mittels Lasertechnologie schonend ausgeschält und entfernt. Diese Verfahren ermöglichen eine besonders effektive Gewebeabtragung bei gleichzeitig geringer Blutungsrate. Vorteile sind ein meist kürzerer Krankenhausaufenthalt, eine rasche Beschwerdebesserung, geringe Reinterventionsraten sowie die Möglichkeit der Behandlung auch sehr großer Prostatavolumina.
Offene oder robotisch assistierte Adenomenukleation: Bei sehr großen Prostatavolumina oder auch Kombinationseingriffen mit Blasendivertikelentfernungen bzw. Blasensteinentfernungen kann in Einzelfällen eine offene oder robotisch assistierte operative Entfernung des vergrößerten Prostataadenoms notwendig werden. Ziel ist hierbei die vollständige Beseitigung der Harnabflussbehinderung bei maximaler Schonung der umliegenden Strukturen.
Zu den Sprechstunden
Sie möchten ihr Anliegen mit uns besprechen?
Vereinbaren Sie einen Sprechstundentermin.
Allgemeine Indikationssprechstunde Urologie
Sie erreichen das Service-Center Montag bis Donnerstag von 8.00 - 18.00 Uhr und Freitag von 8.00 - 16.00 Uhr
Übersicht
- Täglich 8.30 - 15.00 Uhr
- Zur Behandlung ist eine Verordnung von Krankenhausbehandlung notwendig (GKV)
Privatsprechstunde Dr. med. Brunken
Sie erreichen das Service-Center Montag bis Donnerstag von 8.00 - 18.00 Uhr und Freitag von 8.00 - 16.00 Uhr
Dr. med. Claus Brunken
Übersicht
- Mittwochs 9.30 - 14.30 Uhr
Privatsprechstunde Dr. med. Marghawal
Sie erreichen das Service-Center Montag bis Donnerstag von 8.00 - 18.00 Uhr und Freitag von 8.00 - 16.00 Uhr
Dr. med. David Marghawal
Übersicht
- Dienstags 9.45 - 15.00 Uhr
Unser Team
Chefarzt
Dr. med. Claus Brunken
Chefarzt
Dr. med. David Marghawal
Oberärztin
Dr. med. Anna Katharina Knabbe
Oberärztin
Dr. med. Katharina Mewes
Oberärztin
Dr. med. Mira Baumstark
Oberarzt
Luigi Ascalone
Oberarzt
Dr. med. Kaweh Thieme-Beizaei
Stationsleitung
Carolin Schwarz
Stationsleitung
Habib Haxha
Sekretärin
Mariola Cirsovius
Sekretärin, Prostata
040 / 72 80 - 33 00 (keine Sprechstundentermine! Die Terminvergabe erfolgt über das Service-Center: Tel. 040 / 72 80 38 00) chirurgie@krankenhaus-reinbek.de
Sekretärin
Olla Kronhard
Sekretärin, Prostata
040 / 72 80 - 33 00 (keine Sprechstundentermine! Die Terminvergabe erfolgt über das Service-Center: Tel. 040 / 72 80 38 00) chirurgie@krankenhaus-reinbek.de