Eine Ureterstenose bezeichnet eine Verengung des Harnleiters (Ureter). Der Harnleiter verbindet die Niere mit der Harnblase und sorgt für den Abtransport des Urins. Kommt es zu einer Einengung, kann der Urin nicht mehr ungehindert abfließen. Dies kann zu Schmerzen, Harnwegsinfektionen sowie langfristig zu einer Einschränkung der Nierenfunktion führen.

Ureterverletzungen und daraus resultierende Ureterstenosen sind insgesamt selten. Nach den aktuellen Leitlinien der European Association of Urology (EAU) machen Ureterverletzungen etwa 1–2,5 % aller urologischen Traumata aus. 

Die Klinik für Urologie des Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift bietet das gesamte Spektrum moderner Diagnostik und Therapie von Ureterstenosen an – von minimalinvasiven endoskopischen Verfahren bis hin zu komplexen rekonstruktiven Operationen.

Ziel aller Behandlungsverfahren ist die dauerhafte Wiederherstellung des Urinabflusses, der Erhalt der Nierenfunktion sowie die Verbesserung der Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten. Die Auswahl der geeigneten Therapie erfolgt individuell auf Grundlage der vorliegenden Befunde und nach ausführlicher persönlicher Beratung. 

Wie entsteht eine Harnleiterverengung? (Ursachen)

Die Ursachen einer Harnleiterverengung sind vielfältig. Häufig entstehen Ureterstenosen durch:

  • Unbeabsichtigte Verletzungen des Harnleiters bei vorangegangenen Operationen (z.B. im Bauch- oder Beckenraum) 

  • Entzündungen oder wiederkehrende Infektionen 

  • Harnsteinerkrankungen

  • Vorangegangene Strahlenbehandlungen 

  • Tumorerkrankungen  

  • Angeborene Veränderungen der Harnwege 

Symptome und Untersuchung bei Verdacht auf Ureterstenose

Typische Beschwerden sind Flankenschmerzen, wiederkehrende Harnwegsinfekte oder Einschränkungen der Nierenfunktion. Teilweise wird eine Ureterstenose auch zufällig im Rahmen bildgebender Untersuchungen festgestellt.

Zur Diagnostik stehen moderne Untersuchungsverfahren zur Verfügung, darunter:

  • Ultraschalluntersuchungen  

  • Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT)

  • Röntgendarstellungen der Harnwege 

  • Endoskopische Untersuchungen der Harnleiter 

  • Nierenszintigrafie (nuklearmedizinische Untersuchung zur Überprüfung der Nierenfunktion)  

Auf Basis der Befunde wird gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten ein individuelles Behandlungskonzept erstellt.

Therapie: Wie wird eine Harnleiterverengung behandelt?

Harnleiterschiene (Doppel-J-Katheter / DJ-Katheter)

Bei bestimmten Patientinnen und Patienten kann eine längerfristige Versorgung mittels Doppel-J-Katheter erforderlich sein. Der Katheter wird dabei durch die Harnröhre eingebracht und über die Enge hinweg in die Niere vorgeschoben. So gewährleistet der DJ-Katheter den Urinabfluss von der Niere zur Harnblase und kann insbesondere bei komplexen Erkrankungen oder als Übergangslösung eingesetzt werden.

Allium-Stent: Langfristiges Offenhalten des Harnleiters

Der Allium-Stent ist ein spezieller selbstexpandierender Harnleiterstent zur langfristigen Offenhaltung verengter Harnleiterabschnitte. Die Einlage erfolgt minimalinvasiv über endoskopische Verfahren. Ziel ist die Wiederherstellung eines freien Urinabflusses ohne größere operative Belastung.

Ballondilatation: Aufdehnung mit dem Ballonkatheter

Bei kurzen Engstellen kann eine Aufdehnung des Harnleiters mittels Ballonkatheter durchgeführt werden. Dabei wird die Verengung schrittweise erweitert, um den Harnabfluss zu verbessern. Dieses Verfahren erfolgt in der Regel endoskopisch.

Laserinzision: Präzise Öffnung der Engstelle mittels Laser

Bei der endoskopischen Laserinzision wird die Engstelle mit einem feinen Laser präzise eröffnet. Dieses Verfahren eignet sich insbesondere bei kurzen narbigen Verengungen und ermöglicht häufig eine zielgerichtete Behandlung ohne größere Operation.

End-zu-End-Anastomose: Vollständige Entfernung der Engstelle und Verbindung der Harnleiterenden

Bei ausgeprägteren oder längeren Verengungen kann der betroffene Abschnitt des Harnleiters entfernt werden. Anschließend werden die gesunden Enden des Harnleiters wieder direkt miteinander verbunden. Ziel ist eine dauerhafte Wiederherstellung der Harnleiterfunktion. Dieses Verfahren wird in unserer Klinik wann immer möglich minimalinvasiv robotisch assistiert mit dem da Vinci-System durchgeführt.

Komplexe Harnleiter-Rekonstruktion (Psoas-Bladder-Hitch-Plastik und Boari-Plastik) mit da Vinci

Wenn ein längerer Abschnitt des unteren Harnleiters betroffen ist, kann eine Rekonstruktion mittels Psoas-Bladder-Hitch-Plastik notwendig werden. Hierbei wird die Harnblase mobilisiert und an den Psoasmuskel angeheftet, um eine spannungsfreie Verbindung zwischen verbleibendem intaktem Harnleiter und Blase zu ermöglichen. Ist der verbleibende Harnleiter zu kurz, lässt sich bei ausreichend großer Harnblase ein Teil der Blasenwand zu einem Schlauch formen, welcher die fehlende Strecke überbrückt. Diese Rekonstruktion nennt sich Boari-Plastik. Beide Verfahren werden in der Regel minimalinvasiv mit Unterstützung des da Vinci-Operationssystems durchgeführt.

Harnleiterersatz aus dem Dünndarm (Darminterponat)

Bei sehr langen oder komplexen Harnleiterdefekten kann ein Ersatz des Harnleiters mittels eines Darmsegments erforderlich sein. Hierbei wird in der Regel ein Abschnitt des Dünndarms verwendet, um den fehlenden oder geschädigten Harnleiter zu ersetzen und den Urinabfluss zwischen Niere und Harnblase wiederherzustellen. Dieses Verfahren kommt insbesondere bei ausgedehnten Stenosen oder nach komplexen Voroperationen zum Einsatz.

Gerne stehen wir Ihnen für ein persönliches Gespräch zur Verfügung und beraten Sie umfassend zu den diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten unserer Klinik.

Zu den Sprechstunden

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Unser Team

Chefarzt

Dr. med. Claus Brunken

Facharzt für Urologie und Chirurgie

Chefarzt

Dr. med. David Marghawal

Facharzt für Urologie

Oberärztin

Dr. med. Anna Katharina Knabbe

Fachärztin für Urologie

Oberärztin

Dr. med. Katharina Mewes

Fachärztin für Urologie FEBU

Oberärztin

Dr. med. Mira Baumstark

Fachärztin für Urologie

Oberarzt

Luigi Ascalone

Facharzt für Urologie

Oberarzt

Dr. med. Kaweh Thieme-Beizaei

Facharzt für Urologie

Stationsleitung

Carolin Schwarz

Stationsleitung Viszeralchirurgie / Station 3

Stationsleitung

Habib Haxha

Stationsleitung Chirurgische Privatstation / Station 12

Sekretärin

Mariola Cirsovius

Sekretariat Chirurgische Klinik

Sekretärin

Olla Kronhard

Sekretariat Chirurgische Klinik