Peniskrebs: Hochspezialisierte, zielgerichtete Therapie des Peniskarzinoms

Das Peniskarzinom ist eine seltene bösartige Erkrankung des Penis. Meist entsteht der Tumor an der Eichel oder an der Vorhaut. In vielen Fällen handelt es sich um ein sogenanntes Plattenepithelkarzinom, also einen Tumor, der von der obersten Haut- oder Schleimhautschicht ausgeht.

Da Veränderungen am Penis für viele Patienten mit Scham verbunden sind, wird die Erkrankung nicht selten erst verzögert ärztlich vorgestellt. Dabei gilt: Je früher ein Peniskarzinom erkannt wird, desto häufiger kann eine organerhaltende Therapie durchgeführt werden. Ziel der Behandlung ist es daher nicht nur, den Tumor sicher zu entfernen, sondern auch die Funktion und das äußere Erscheinungsbild des Penis so weit wie möglich zu erhalten.

Symptome und Risikofaktoren bei Peniskrebs

Die Entstehung eines Peniskarzinoms kann verschiedene Ursachen haben. Zu den bekannten Risikofaktoren gehören chronische Entzündungen der Eichel oder Vorhaut, eine Vorhautverengung, Rauchen sowie bestimmte Infektionen mit humanen Papillomviren, kurz HPV. Auch chronische Hauterkrankungen wie ein Lichen sclerosus können das Risiko erhöhen. Nicht jede Veränderung am Penis ist bösartig. Dennoch sollten Auffälligkeiten, die über mehrere Wochen bestehen oder zunehmen, urologisch abgeklärt werden.

Typische Warnzeichen für Peniskrebs können sein:

  • eine nicht abheilende Wunde an Eichel, Vorhaut oder Penisschaft

  • eine Verhärtung oder knotige Veränderung

  • rötliche, weißliche oder warzenartige Hautveränderungen

  • Blutungen, Nässen oder unangenehmer Geruch

  • Schmerzen oder Probleme beim Zurückziehen der Vorhaut

  • vergrößerte Lymphknoten in der Leiste

Urologische Funktionsdiagnostik: Unser Leistungsspektrum im Überblick

  • Ausführliches, vertrauensvolles Patientengespräch (Anamnese)
  • Sorgfältige körperliche Untersuchung des Penis und der Leistenregion
  • Gezielte urologische Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Penis und der Leistenlymphknoten
  • Schonende Gewebeprobe (Biopsie) oder vollständige Entfernung des auffälligen Areals zur feingeweblichen Sicherung
  • Magnetresonanztomografie (MRT) des Penis zur präzisen Bestimmung der lokalen Tumorausdehnung
  • Computertomografie (CT) von Brustkorb, Bauchraum und Becken zum Ausschluss von Lymphknoten- oder Organabsiedlungen
  • Hochmoderne Positronen-Emissions-Tomografie (PET-CT) bei Verdacht auf fortgeschrittene Tumorstadien

Behandlungsmethoden: Organerhaltende und plastische Chirurgie

Die Behandlung des Peniskarzinoms richtet sich nach Größe, Lage und Eindringtiefe des Tumors sowie danach, ob Lymphknoten betroffen sind. Als urologische Klinik mit chirurgischem Schwerpunkt planen wir die Therapie in Reinbek individuell und leitliniengerecht. Dabei steht eine sichere Tumorentfernung im Vordergrund. Gleichzeitig versuchen wir, wenn medizinisch vertretbar, den Penis und seine Funktion so weit wie möglich zu erhalten.

Bei frühen und oberflächlichen Tumoren stehen organerhaltende Verfahren im Vordergrund. Dazu können lokale medikamentöse Therapien, Laserbehandlungen oder eine begrenzte operative Entfernung der betroffenen Haut- oder Schleimhautareale gehören. Bei Tumoren der Eichel kann auch eine teilweise oder vollständige Abtragung der Eichel mit plastischer Rekonstruktion notwendig sein.

Ist der Tumor tiefer eingewachsen, muss das erkrankte Gewebe mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand entfernt werden. Auch hier wird – wenn medizinisch vertretbar – eine peniserhaltende Operation angestrebt. Nur bei fortgeschrittener Erkrankung kann eine teilweise oder vollständige Entfernung des Penis notwendig werden. In diesen Fällen wird gemeinsam mit dem Patienten ausführlich besprochen, welche operativen Möglichkeiten bestehen und wie die Harnableitung anschließend erfolgen kann. Eine vollständige Entfernung des Penis ist nur bei weit fortgeschrittenen Tumoren notwendig. In diesen Fällen wird die Harnröhre meist in den Dammbereich verlegt. Dies nennt man Anlage einer Boutonnière oder Dammharnröhrenöffnung. Der Urin kann dann weiterhin kontrolliert über die Harnröhre abgelassen werden, das Wasserlassen erfolgt in der Regel im Sitzen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Beurteilung der Lymphknoten in der Leiste. Da das Peniskarzinom zuerst in diese Lymphknoten streuen kann, ist deren Untersuchung für die Prognose und Therapieplanung entscheidend. Je nach Risiko können engmaschige Kontrollen, eine Wächterlymphknoten-Entfernung oder eine operative Entfernung von Leistenlymphknoten notwendig sein.

Bei fortgeschrittenen Tumoren oder nachgewiesenen Absiedlungen können zusätzlich eine Chemotherapie, Strahlentherapie oder kombinierte Therapiekonzepte erforderlich werden. Diese Entscheidungen werden in der Regel im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz gemeinsam mit Urologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und Strahlentherapie getroffen.

Schonende Verfahren: Gewebeprobe und organerhaltende OPs

  • Diagnostische Probenentnahme (Biopsie)
  • Zirkumzision (Medizinisch indizierte Beschneidung)
  • Glans Resurfacing (Abtragung oberflächlicher Tumoren der Eichel mit anschließender plastischer Deckung)

Fortschrittliche Chirurgie: Unsere operativen Behandlungsoptionen

  • Penisteilamputation (Teilweise Entfernung des Penis unter maximalem Längenerhalt)
  • Penektomie (Vollständige Entfernung des Penis bei weit fortgeschrittenen Befunden)
  • Anlage einer Boutonnière (Plastische Dammharnröhrenöffnung zur sicheren Harnableitung)
  • Modifizierte inguinale Lymphadenektomie (Gezielte Entfernung der ersten Leistenlymphknoten)
  • Radikale und erweiterte inguinale Lymphadenektomie (Umfassende Entfernung der Lymphknotenstationen in der Leiste)

Strukturierte Nachsorge und psychosoziale Unterstützung

Nach abgeschlossener Behandlung ist eine regelmäßige Nachsorge wichtig. Dabei werden der Penis, die Leistenregion und je nach Tumorstadium auch weitere Untersuchungen kontrolliert. Ziel ist es, ein mögliches Wiederauftreten frühzeitig zu erkennen und Beschwerden nach der Therapie zu behandeln.

Neben der Tumorkontrolle spielen auch funktionelle und psychische Aspekte eine wichtige Rolle. Veränderungen am Penis können das Wasserlassen, die Sexualität und das Körperbild betreffen. Deshalb ist eine offene Beratung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Unser Ziel ist eine medizinisch sichere Therapie, die gleichzeitig die Lebensqualität unserer Patienten bestmöglich erhält.

Zu den Sprechstunden

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Unser Team

Chefarzt

Dr. med. Claus Brunken

Facharzt für Urologie und Chirurgie

Chefarzt

Dr. med. David Marghawal

Facharzt für Urologie

Oberärztin

Dr. med. Anna Katharina Knabbe

Fachärztin für Urologie

Oberärztin

Dr. med. Katharina Mewes

Fachärztin für Urologie FEBU

Oberärztin

Dr. med. Mira Baumstark

Fachärztin für Urologie

Oberarzt

Luigi Ascalone

Facharzt für Urologie

Oberarzt

Dr. med. Kaweh Thieme-Beizaei

Facharzt für Urologie

Stationsleitung

Carolin Schwarz

Stationsleitung Viszeralchirurgie / Station 3

Stationsleitung

Habib Haxha

Stationsleitung Chirurgische Privatstation / Station 12

Sekretärin

Mariola Cirsovius

Sekretariat Chirurgische Klinik

Sekretärin

Olla Kronhard

Sekretariat Chirurgische Klinik