Geprüfte Expertise: Ausgezeichnete Beratungsstelle für Kontinenz
Unsere Patientinnen und Patienten profitieren dabei von geprüfter und offiziell ausgezeichneter Fachexpertise: Sowohl die Leiterin der funktionellen Urologie, Dr. med. Mira Baumstark, als auch der Chefarzt, Dr. med. David Marghawal, wurden durch die Deutsche Kontinenzgesellschaft als offizielle Beratungsstellen zertifiziert.
Verschiedene Unterformen der Harninkontinenz.
Belastungsinkontinenz: Schweregrade und moderne Therapieverfahren
Die bekannteste Inkontinenzform ist die Belastungsinkontinenz. Zum Beispiel nach der Geburt eines Kindes oder nach einer Prostataoperation kann es zu ungewolltem Urinverlust bei Belastung kommen. Ursache hierfür ist eine Schädigung oder eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur und des Harnblasenschließmuskels. Kommt es nur bei schwerer Belastung wie Husten, Lachen oder schwerem Heben zu Urinverlust, wird diese als erstgradig klassifiziert. Lässt sich auch beim Aufstehen oder Gehen der Urin nicht mehr vollständig halten, liegt eine zweitgradige Belastungsinkontinenz vor. Von einer drittgradigen Belastungsinkontinenz spricht man, wenn auch in Ruhe ein Halten des Urins nicht mehr möglich ist.
Der Grad der Inkontinenz ist ein wichtiges Kriterium zur Auswahl der richtigen Therapie. Der erste Schritt ist die Einleitung eines zertifizierten physiotherapeutischen Beckenbodentrainings. Führt dieses zu keiner ausreichenden Besserung, können wir durch die Implantation eines Kontinenzbandes oder eines künstlichen Schließmuskels die Lebensqualität wiederherstellen.
Dranginkontinenz und Überaktive Harnblase: Symptome und moderne Therapien
Bei der Dranginkontinenz ist der Urinverlust klassischerweise mit einem starken Harndrang assoziiert. Dieser Harndrang kommt plötzlich und wird innerhalb von kurzer Zeit so stark (imperativer Harndrang), dass der Urin förmlich aus der Blase gepresst wird. Um dies zu vermeiden, muss bei dem kleinsten Gefühl des Dranges bereits eine Toilette aufgesucht werden, was in einer deutlichen Häufung von Toilettengängen resultiert. Ist eine andere Ursache des häufigen Harndrangs ausgeschlossen worden (wie zum Beispiel eine Harnwegsinfektion), spricht man von einer überaktiven Harnblase, die mit oder ohne Urinverluste bestehen kann. Viele verschiedene Medikamente können helfen, doch wenn eine Unverträglichkeit besteht oder die Wirksamkeit nachlässt, bieten wir mit dem Blasenschrittmacher (sakrale Neuromodulation) oder der Botoxinjektion der Harnblase erfolgreiche Therapien an. In sehr seltenen Fällen kann die Harnblase trotz aller Therapieversuche keinen Urin mehr speichern, dann kann die Entfernung der Blase (funktionelle Zystektomie) für die Betroffenen eine deutliche Verbesserung bedeuten.
Mischharninkontinenz: wenn Belastungs- und Drangbeschwerden zusammenkommen
Betroffene mit einer Mischharninkontinenz beschreiben Urinverluste bei Belastung aber auch bei Drang. Hierbei müssen die Inkontinenzformen nicht zu gleichen Teilen vertreten sein. Vor operativer Therapie ist die weiterführende Diagnostik zur besseren Erfolgseinschätzung des geplanten Eingriffes sinnvoll.
Überlaufinkontinenz: Ursachen und Therapieverfahren bei Blasenentleerungsstörungen
Liegt eine Entleerungsstörung der Harnblase vor, verbleibt nach jedem Wasserlassen Urin in der Harnblase (Restharn). Ist die Restharnbildung so stark ausgeprägt, dass die Harnblase bis zum Maximum gefüllt ist, kommt es zu einem ungewollten Abgang von Urin, vergleichbar mit einem überlaufenden Gefäß. Ursache der Restharnbildung kann zum Beispiel eine gutartige Prostatavergrößerung sein, aber auch eine Muskelschwäche der Harnblase selbst (Hypokontraktile Harnblase). Eine Unterscheidung dieser beiden Ursachen gelingt mit einer Blasendruckmessung. Im Falle einer Muskelschwäche ist ein intermittierender Selbstkatheterismus die erste Hilfe. Als operative Therapie zur Stärkung der Blase kann auch in diesem Falle ein Blasenschrittmacher helfen (sakrale Neuromodulation).
Blasenfisteln: Diagnose und operative Behandlung bei permanentem Urinverlust
Durch die enge Nachbarschaft von Harnblase und Scheide kann es durch chronische Entzündungen, Operationen oder Bestrahlungen im Beckenbereich über die Zeit zu einer Verbindung beider Organe kommen. Der Urin der Harnblase entleert sich über die Scheide. Die Betroffenen beschreiben einen ständigen tropfenweisen Urinabgang, der weder mit einem Drang noch mit Belastung assoziiert ist (Blasenfistel). Durch die Operation der Fistel kann wieder eine Trockenheit erreicht werden.
Konservative Therapiewege: Behandlung ohne Operation
Verhaltenstherapeutische Maßnahmen
Physiotherapeutisches Beckenbodentraining
Biofeedback-Therapie
Elektrotherapie des Beckenbodens
Transkutane posteriore Tibial-Nerv-Stimulation
Sämtliche gängige medikamentöse Therapien
(Anticholinergika, Beta-3-Agonisten, Duloxetin, Schmerzmedikation)
Topische Therapien der Blasenschleimhaut
Erlernen des Selbstkatheterismus
Fortschrittliche Chirurgie: Unsere operativen Behandlungsoptionen
Kontinenzbänder für Frauen (TVT, TOT)
Adjustierbare und nicht adjustierbare Kontinenzbänder für Männer
(Advance XP, ATOMS)
Harnröhrenanhebung (Kolpussuspension – offen chirurgisch oder
laparoskopisch / robotisch)
Künstliche Schließmuskelsysteme für Frau und Mann
Unterspritzung des Schließmuskels zur Behebung kleiner Defekte
Applikation von Botulinumtoxin in die Blasenwand
Blasenschrittmacher (Sakrale Neuromodulation)
Fistelexzisionen
Funktionelle Zystektomie
Mehr erfahren: Informationsmaterial für Patientinnen und Patienten
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Indikationssprechstunde Kontinenz, Urogynäkologie und Neurourologie
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Unser Team
Chefarzt
Dr. med. David Marghawal
Oberärztin
Dr. med. Mira Baumstark