Dysplasie & Vulvakarzinom

Das Kompetenzzentrum Vulvakarzinom am Krankenhaus Reinbek behandelt Krebs der äußeren weiblichen Genitale. Dies ist eine seltene und häufig tabuisierte Erkrankung. Wie bei vielen anderen Krebserkrankungen auch, hängt der Erfolg der Behandlung wesentlich von der Erfahrung der behandelnden Ärzte ab. Spezialisten können häufig schonend und vor allem organerhaltend operieren und erzielen dadurch bei gleich guten Heilungsraten, bessere funktionelle und ästhetische Ergebnisse. 

verified_user Auszeichnung der Vulvakarzinom SHG
Eine Ärztin und ein Arzt stehen im Krankenhausflur und schauen gemeinsam in eine Mappe

Das Kompetenzzentrum Vulvakarzinom in Norddeutschland

Die Frauenklinik des Krankenhauses Reinbek St. Adolf-Stift bei Hamburg ist eine von fünf Frauenkliniken bundesweit, der die "VulvaKarzinom-Selbsthilfegruppe e.V." ein Siegel verliehen hat. Dieses bescheinigt uns eine besonders schonende Therapie von Genitalkrebs und seinen Vorstufen. Hier in Reinbek sind wir auf die operative gynäkologische Onkologie (Tumorentfernung) und plastisch-rekonstruktive Chirurgie (Wiederherstellung, Neuformung) spezialisiert. Wir bieten ein umfassendes Spektrum aller Eingriffe an und möchten Ihnen auf dieser Seite einige Informationen zum Krebs des äußeren Genitale geben.

Chefarzt Prof. Dr. Jörg Schwarz sagt: “Ich selbst beschäftige mich seit dem Jahr 2000 wissenschaftlich und klinisch mit der Erkrankung des Vulvakarzinoms. Durch die Spezialisierung unserer Klinik und eine langjährige Erfahrung in der Behandlung erreichen wir eine optimale Vorbereitung, effiziente Operationen sowie eine ganzheitliche Betreuung. Gemeinsam mit Ihrer niedergelassenen Frauenärztin/ Ihrem Frauenarzt möchten wir ein starkes Team bilden, das Sie als Patientin in den Mittelpunkt stellt. Wenden Sie sich mit Ihren Fragen zum Thema gern vertrauensvoll an unsere Klinik. Ich selbst stehe Ihnen rund um Ihre Therapie als Experte vor Ort zur Seite.”

Leistungsspektrum des Kompetenzzentrum Vulvakarzinom

Wissenschaftlich fundierte, moderne  Diagnostik und Therapie des Vulvakarzinoms und seiner Vorstufen

Genaue und schonende Diagnostik mithilfe der Videokolposkopie

Schonende und organerhaltende Operationsverfahren

Falls erforderlich plastische Sofortrekonstruktion der Vulva

Wächterlymphknotenmethode

Falls erforderlich minimalinvasive Entfernung von Lymphknoten im Becken (laparoskopische Lymphonodektomie)

Videokolposkopisch gesteuerte Laserchirurgie (CO2 Laser)

Radikale Operationen bei fortgeschrittener Tumorerkrankung  (Exenteration)

Systemtherapie und Strahlentherapie in Kooperation mit dem Universitären Cancer Center Hamburg Eppendorf (UCCH)

Zur Dysplasie-Sprechstunde

Was uns besonders auszeichnet

Mehr als 15 jährige Erfahrung in der Behandlung des Vulvakarzinoms und seiner Vorstufen

Mehr als 300 erfolgreiche Operationen bei Patientinnen mit Vulvakarzinom

Entwicklung und Anwendung neuester Operationsverfahren mit wissenschaftlicher Auswertung

Individuelle, persönliche Betreuung in einem christlich geführten Krankenhaus

Siegel Vulvakarzinom-SHG e.V.

Auszeichnung der Vulvakarzinom SHG für schonende OP-Methode

Ein Chefarzt auf dem Krankenhausflur. Er hat die Hände in der Hosentasche und lächelt in die Kamera

Ein Interview mit Prof. Schwarz über das Vulvakarzinom

Herr Prof. Schwarz, Informationen zum Vulvakrebs sind selbst online schwer zu finden. Was empfehlen Sie Betroffenen, die sich über Therapiemöglichkeiten informieren möchten?

Anders als beim Brustkrebs handelt es sich beim Vulvakrebs, also dem Krebs der Schamlippen, um eine für vielen Menschen unbekannte Krebserkrankung. Und zudem um eine, die an einem besonders tabuisierten Bereich auftritt. Einen intimeren Ort gibt es ja kaum. Und normalerweise kennt eine erkrankte Frau in ihrem Bekanntenkreis niemanden, der ebenfalls Vulvakrebs hat oder hatte. Für gut aufbereitete Informationen und den so wichtigen Austausch unter Betroffenen möchte ich auf die „VulvaKarzinom-Selbsthilfegruppe e.V.“ verweisen. Diese unabhängige Gruppe hat eine sehr gute Webseite, unterstützt Betroffene mit Informationsmaterial und betreut sie auch bei speziellen und individuellen Anliegen. Wenn Sie als Betroffene einen Arzt für eine Operation suchen, dann wenden Sie sich bitte an jemanden, der über die nötige Erfahrung in der Behandlung des Vulvakrebs verfügt, an einen Experten.

Sie leiten eine von deutschlandweit fünf durch die „VulvaKarzinom-Selbsthilfegruppe e.V.“ empfohlenen Kliniken. Warum gibt es so wenig ausgewiesenen Experten und warum ist es wichtig, sich an einen solchen zu wenden?

Nach einer Prognose der Krebsregister erkranken pro Jahr in Deutschland etwa 3.800 - 4.900 Frauen am Vulvakarzinom, das damit zu den seltenen Tumorerkrankungen zählt. Die wenigsten Frauenärzte haben mehr als eine Handvoll Patientinnen mit dieser Krankheit gesehen, viele Operateure behandeln dieses Karzinom nur zwei bis drei Mal im Jahr. Somit verfügen sie über wenig Training und entfernen den Krebs sehr radikal, wobei die Funktionalität und das Erscheinungsbild des äußeren Genitale oft dadurch erheblich beeinträchtigt wird. Spezialisten hingegen können Patientinnen durch moderne, sanftere Operationsmethoden schonend und doch sicher operieren.

Inwiefern ist eine individuelle Therapie der Schlüssel zum Erfolg für eine nachhaltige Behandlung und welches Vorgehen empfehlen Sie?

Grundvoraussetzung für eine individuelle Therapie ist zunächst eine gute Diagnostik. Bei der sogenannten Video-Kolposkopie, die wir anbieten, handelt es sich um eine Untersuchungsmethode, bei der das Genitale mit Hilfe eines speziellen Mikroskops untersucht wird. Mit dieser Untersuchung können die exakte Ausdehnung der Erkrankung und mögliche Vorstufen genau diagnostiziert und lokalisiert werden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass bei der Operation möglichst wenig gesundes Gewebe entfern wird und so organerhaltend operieren zu können. In vielen Fällen kann ein Vulvakarzinom durch einen geschulten Operateur sicher entfernt werden, ohne dass die Klitoris sowie die großen Schamlippen beeinträchtigt werden.


Ab einer Tumoreindringtiefe von mehr als 1 mm (ab Stadium 1b) müssen die Lymphknoten in den Leisten operativ entfernt und auf mögliche Absiedlungen (Metastasen) vom Pathologen untersucht werden. In vielen Fällen können wir die radikale Lymphknotenentfernung in der Leiste durch den Einsatz der Wächterlymphknotenmethode vermeiden. Bei dieser Methode, die z.B. bei Patientinnen mit Brustkrebs seit vielen Jahren etabliert ist, werden nur einzelne Lymphknoten operativ entfernt, die zuvor durch eine leicht radioaktiv markierte Substanz detektiert wurden. Sind diese Lymphknoten gesund, so kann mit hoher Sicherheit auf die radikale Lymphknotenentfernung verzichtet werden.  Ich gehöre zu den ersten Operateuren in Deutschland, die diese Methode beim Vulvakarzinom regelmäßig eingesetzt haben. Unsere Ergebnisse haben wir dabei wissenschaftlich untersucht und konnten zeigen, dass die Entfernung des Wächterlymphknotens genauso sicher ist, wie die radikale Operation. Durch den Einsatz der Wächterlymphknotenmethode können viele zum Teil schwere Komplikationen im Bereich der Leisten und der Beine (z.B. Lymphödem) vermieden werden. Die Entfernung des Wächterlymphknotens gehört für mich zum Konzept der schonenden operativen Therapie des Vulvakarzinoms zwingend dazu.

In welchem Stadium einer Erkrankung am Vulvakarzinom kann ich mich als Betroffene an Sie und die Frauenklinik des Krankenhauses Reinbek St. Adolf-Stift wenden?

Wir haben eine sogenannte Vulvasprechstunde eingerichtet, für die Sie sich jederzeit gerne anmelden können.  
Hier können niedergelassene Ärzte ihre Patientinnen bei Verdacht auf eine Krebsvorstufe, eine so genannte Dysplasie der Vulva, zur Abklärung vorbeischicken. Egal ob die Diagnose Dysplasie lautet oder bereits eine bösartige Krebserkrankung vorliegt, geben wir Ihnen eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen. Und wir bieten Betroffenen bei bereits erfolgten Eingriffen an, mithilfe von plastischen Operationen die Form der Vulva wiederherzustellen. Bitte wenden Sie sich für einen Sprechstundentermin telefonisch an unser Sekretariat.

Herr Prof. Schwarz, warum sind Patientinnen mit Erkrankungen der Vulva an Ihrer Klinik gut aufgehoben?

Weil wir über die nötige Erfahrung in der Behandlung verfügen, da wir jährlich mehr als fünfzig Patientinnen mit Vulvakrebs oder Vorstufen vor und nach einer Operation betreuen. Ich persönlich habe mehr als dreihundert Patientinnen mit Vulvakarzinom operiert. Hier im St. Adolf-Stift bieten wir alle diagnostischen (z.B. Videokolposkopie) und therapeutischen Verfahren inklusive Laserchirurgie und plastischer Operationen an. Zudem behandeln wir Kondylome, aber auch Krebsvorstufen, nicht immer nur chirurgisch, sondern auch medikamentös. Und wir beraten und behandeln auch Patientinnen mit anderen Erkrankungen im Bereich des äußeren Genitale und der Scheide (z.B. Lichen sklerosus oder Lichen mukosus). Zusammengefasst lässt sich sagen, dass wir am Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift allen Patientinnen mit Vulvaerkrankungen, insbesondere mit Vulvakarzinom, die beste medizinische Versorgung auf neuestem wissenschaftlich fundiertem Niveau anbieten. Und das in einer freundlichen und menschlichen Atmosphäre eines christlichen Krankenhauses, in dem Spezialisten interdisziplinär zusammenarbeiten.

Unser Team

Chefarzt

Prof. Dr. Jörg Schwarz

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

Leitender Oberarzt

Dr. med. Süha Alpüstün

Facharzt für Gynäkologie und Geburtsthilfe

Geschäftsführende Oberärztin

Dr. med. Nana Bündgen

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtsthilfe

Oberärztin

Barbara Murn

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Oberarzt

Roland Flurschütz

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

Oberarzt

Waiel Zarour

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

Stationsleitung

Jennifer Haß

Stationsleitung Gynäkologie / Station 8a

Stationsleitung

Habib Haxha

Stationsleitung Chirurgische Privatstation / Station 12

Sekretärin

Katrin Schmidt

Sekretariat der Frauenklinik

Sekretärin

Babette Heine

Sekretariat Frauenklinik

Aktuelles aus der Fachabteilung

Veranstaltungen
Beste Medizin
Onkologisches Zentrum
Brustkrebszentrum
Uro-Onkologisches Zentrum
Viszeralonkologisches Zentrum
Gynäkologisches Krebszentrum

Experten des Onkologischen Zentrums referieren über Vorsorge, Behandlung und Nachsorge von Tumoren

Beim Tumortag am 3. September im Krankenhaus Reinbek gibt es neben Vorträgen auch Infostände im Foyer

Onkologisches Zentrum
Uro-Onkologisches Zentrum
Viszeralonkologisches Zentrum
Gynäkologisches Krebszentrum
Onkologie, Hämatologie & Palliativmedizin

Krankenhaus Reinbek von deutscher Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum zertifiziert

St. Adolf-Stift erbringt Spitzenleistung in der Tumorbehandlung – eines von wenigen Zentren in Schleswig-Holstein

Gynäkologisches Krebszentrum
Gynäkologie

Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert die onkologischen Behandlungen der Gynäkologie am Krankenhaus Reinbek

Durch die enge Kooperation des St. Adolf-Stiftes mit dem UKE erhalten Frauen mit Tumorleiden eine hochspezialisierte Leistung in persönlicher…