Harnsteine: Moderne Diagnostik und schonende Entfernung von Nieren-, Harnleiter- und Blasensteinen

Harnsteine zählen zu den häufigsten Erkrankungen des Harntrakts. Sie entstehen durch die Ausfällung bestimmter Substanzen im Urin. Je nach Lokalisation, Größe und Zusammensetzung der Steine können stärkste Schmerzen, Harnabflussstörungen oder Infektionen auftreten. In unserer Klinik bieten wir eine moderne und leitliniengerechte Diagnostik sowie Therapie sämtlicher Formen des Harnsteinleidens an. Dabei kommen schonende, minimalinvasive Verfahren, moderne Lasertechnologien sowie in ausgewählten Fällen das da Vinci-Operationssystem zum Einsatz. 

Nierensteine und Harnleitersteine (oberer Harntrakt)

Zum oberen Harntrakt zählen die Nieren und Harnleiter. Hier entstehen die meisten Harnsteine. Die Bildung von Harnsteinen ist meist multifaktoriell bedingt. 

Wie entstehen Nieren- und Harnleitersteine? Ursachen der Steinbildung im oberen Harntrakt:

  • Unzureichende Flüssigkeitszufuhr

  • Stoffwechselstörungen

  • Erhöhte Ausscheidung steinbildender Substanzen (z. B. Calcium, Oxalat oder Harnsäure)

  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen

  • Genetische Veranlagung

  • Bestimmte Ernährungsgewohnheiten

  • Bewegungsmangel und Übergewicht

Die häufigsten Steinarten sind Calciumoxalat-, Harnsäure-, Struvit- und Cystinsteine. Kleine Steine bleiben oft unbemerkt, größere Konkremente können jedoch starke Flankenschmerzen, Übelkeit, blutigen Urin oder einen Harnstau verursachen.

Blasen- und Harnröhrensteine (unterer Harntrakt)

Zum unteren Harntrakt gehören Harnblase und Harnröhre. Blasensteine entstehen häufig sekundär durch eine gestörte Blasenentleerung. Unbehandelt können Blasensteine zu chronischen Beschwerden und Infektionen führen.

Typische Symptome und Ursachen von Blasensteinen:

  • gutartige Prostatavergrößerung  

  • neurologische Blasenentleerungsstörungen 

  • Restharnbildung 

  • chronische Infektionen 

  • Fremdkörper oder Blasenkatheter 

Beschwerden äußern sich häufig durch:

  • Schmerzen beim Wasserlassen

  • häufigen Harndrang

  • abgeschwächter oder unterbrochener Harnstrahl (Stotterharn)

  • Blutbeimengungen im Urin

  • wiederkehrende Harnwegsinfekte

Untersuchung: wie wir Nieren- und Blasensteine sicher diagnostizieren

Die exakte Diagnostik bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie. Ziel ist es, Größe, Lage und Zusammensetzung der Steine möglichst präzise zu bestimmen sowie mögliche Ursachen der Steinbildung zu erkennen.

Zu den diagnostischen Verfahren gehören:

  • ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung 

  • Ultraschalluntersuchung der Nieren und Harnwege 

  • Urin- und Blutanalysen 

  • Röntgendiagnostik 

  • niedrigdosierte Computertomographie (CT) 

  • Steinanalysen und Stoffwechseluntersuchungen bei wiederkehrender Steinbildung 

Insbesondere bei Patienten mit rezidivierenden (wiederkehrenden) Harnsteinen ist eine individuelle Stoffwechselanalyse wichtig, um einer erneuten Steinbildung gezielt vorzubeugen. 

Behandlung: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

In unserer Klinik stehen moderne und schonende Verfahren zur Behandlung von Harnsteinen zur Verfügung. Die Auswahl der Therapie richtet sich individuell nach Größe, Lage, Zusammensetzung des Steins sowie den Beschwerden der PatientInnen. Ziel ist stets eine hocheffektive Behandlung bei gleichzeitig minimaler Belastung für Ihren Körper. 

Konservative Therapie (ohne Operation)

Kleine Harnleitersteine können häufig spontan abgehen. In geeigneten Fällen erfolgt zunächst eine konservative Behandlung mit:

  • Schmerztherapie 

  • medikamentöser Unterstützung des Steinabgangs 

  • ausreichender Flüssigkeitszufuhr 

  • engmaschigen Kontrollen 

Operative und minimal-invasive Verfahren zur Steinentfernung:

Ureterorenoskopische Steintherapie (URS)

Perkutane Nephrolitholapaxie (Mini-PCNL)

Robotische Pyelolithotomie mit dem da Vinci-Operationssystem

Blasensteinlithotripsie, endoskopischer Steinpunsh

Endoskopische Steintherapie über die natürlichen Harnwege

Die ureterorenoskopische Steinentfernung (URS) erfolgt minimalinvasiv über die natürlichen Harnwege. Mit modernen starren oder flexiblen Endoskopen können Steine im Harnleiter und in der Niere präzise dargestellt und behandelt werden. Um Steine in der Niere oder dem oberen Harnleiter mit dem Endoskop erreichen zu können, ist vorbereitend die Einlage einer Doppel-J Schiene notwendig. Befinden sich die Steine im unteren Anteil des Harnleiters, ist eine direkte Entfernung des Steines abhängig von der Größe möglich (primäre URS: ohne vorherige Doppel-J Schiene). 

Vorteile:

  • keine äußeren Schnitte 

  • hohe Erfolgsraten 

  • kurze Krankenhausaufenthalte 

  • schnelle Erholung 

  • sichere Behandlung auch komplexer Steinbefunde 

Moderne Lasertherapie von Harnsteinen

Zur präzisen Zerkleinerung von Harnsteinen setzen wir modernste Lasertechnologien ein. Je nach Art, Größe und Lage des Steins verwenden wir sowohl den Holmium-Laser als auch ein modernes Thulium-Faserlaser-System. Beide Lasersysteme ermöglichen eine  gewebeschützende und minimalinvasive Therapie mit sehr guten Behandlungsergebnissen.

Mini-PCNL (Perkutane Nephrolitholapaxie): Entfernung großer Nierensteine durch die Haut

Bei größeren oder komplexen Nierensteinen erfolgt die Steinentfernung über einen minimalinvasiven Zugang durch die Haut direkt zur Niere. Diese Methode eignet sich insbesondere bei:

  • großen Nierensteinen 

  • Ausgusssteinen 

  • mehrfachen Steinen 

  • komplexen Steinbefunden 

DaVinci-Roboter: Präzise OP bei sehr großen Nierensteinen (Pyelolithotomie)

Bei sehr großen oder anatomisch schwierig gelegenen Nierensteinen kann in ausgewählten Fällen eine sogenannte Pyelolithotomie sinnvoll sein. Dabei wird das Nierenbecken operativ eröffnet, um den Stein vollständig zu entfernen.

In unserer Klinik führen wir diesen Eingriff minimalinvasiv mit dem modernen da Vinci-Operationssystem durch. Über wenige kleine Hautschnitte können die Instrumente besonders präzise gesteuert werden. Dadurch profitieren Patientinnen und Patienten häufig von:

  • einer millimetergenauen, gewebeschützenden OP-Technik

  • geringerem Blutverlust 

  • kleineren Narben 

  • weniger Schmerzen nach dem Eingriff 

  • einer schnelleren Erholung 

Die roboterassistierte Pyelolithotomie stellt insbesondere bei sehr großen Nierensteinen oder speziellen anatomischen Situationen eine effektive und moderne Behandlungsoption dar.

Blasensteine entfernen: Endoskopische Therapie über die Harnröhre

Blasensteine können in der Regel endoskopisch über die Harnröhre entfernt oder zerkleinert werden. Gleichzeitig ist es wichtig, die Ursache der Steinbildung zu behandeln, um ein erneutes Auftreten zu vermeiden.

Häufig entstehen Blasensteine infolge einer gestörten Blasenentleerung, beispielsweise durch eine gutartige Prostatavergrößerung (BPH). In vielen Fällen kann die ursächliche Prostatavergrößerung im selben Eingriff mitbehandelt werden. Hierfür bieten wir moderne Verfahren wie die Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) an. Durch die Kombination beider Behandlungen kann der Harnabfluss verbessert und das Risiko einer erneuten Steinbildung deutlich reduziert werden.

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Unser Team

Chefarzt

Dr. med. Claus Brunken

Facharzt für Urologie und Chirurgie

Chefarzt

Dr. med. David Marghawal

Facharzt für Urologie

Oberärztin

Dr. med. Anna Katharina Knabbe

Fachärztin für Urologie

Oberärztin

Dr. med. Katharina Mewes

Fachärztin für Urologie FEBU

Oberärztin

Dr. med. Mira Baumstark

Fachärztin für Urologie

Oberarzt

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Facharzt für Urologie

Oberarzt

Dr. med. Kaweh Thieme-Beizaei

Facharzt für Urologie

Stationsleitung

Carolin Schwarz

Stationsleitung Viszeralchirurgie / Station 3

Stationsleitung

Habib Haxha

Stationsleitung Chirurgische Privatstation / Station 12

Sekretärin

Mariola Cirsovius

Sekretariat Chirurgische Klinik

Sekretärin

Olla Kronhard

Sekretariat Chirurgische Klinik