Viele Tumoren werden heute zufällig im Rahmen einer Ultraschall- oder CT-Untersuchung entdeckt. Dank moderner Diagnostik und schonender Operationsverfahren bestehen sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. Das Krankenhaus Reinbek ist als Nierenkrebszentrum zertifiziert und bieten das gesamte Spektrum an Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten an. 

Die Niere lässt sich in das Nierengewebe (Parenchym) und das Hohlsystem einteilen (Nierenbeckenkelchsystem). Das Parenchym bildet den Urin, der über das Hohlsystem in den Harnleiter und dann in die Harnblase abfließt. Dabei ist das Hohlsystem, der Harnleiter und die Harnblase mit einer speziellen Schleimhaut ausgekleidet, dem Urothel. Zeigen sich Tumore der Niere, können diese vom Parenchym oder vom Urothel ausgehen. Ist Ersteres der Fall, können die Gewebeveränderungen gutartig oder bösartig sein. Entsteht ein Tumor vom Urothel ist er in der Regel bösartig, unabhängig davon, ob er sich im Hohlsystem der Niere oder im Harnleiter befindet. 

Untersuchung: Wie wir Tumoren der Niere und des Harnleiters diagnostizieren

Urinstatus, Urinkultur, Urinzytologie

Sonografie (Ultraschall)

Computertomografie (CT)

Magnetresonanztomografie (MRT)

Harnleiterspiegelung (Ureterorenoskopie) mit Probenentnahme

Nierenbiopsie

Tumore vom Nierengewebe (Nierenparenchym): Bösartige und gutartige Formen

85-90 % dieser Nierentumore sind bösartig. Der häufigste Tumor ist das Nierenzellkarzinom, welcher abhängig von der Zellstruktur in verschiedene Untergruppen eingeteilt wird (zum Beispiel klarzelliges oder papilläres Nierenzellkarzinom). Selten können sich auch Lymphome oder Metastasen als bösartige Raumforderungen in der Niere absiedeln. Klassischerweise fallen die Tumore zufällig auf, da sie oft symptomlos bleiben. In seltenen Fällen kann es aber auch zu einem Tumoreinbruch in das Hohlsystem der Niere kommen, was zu Blutabgängen führt. Besonders große Befunde können zu Schmerzen in der Flanke führen. 

Die häufigsten gutartigen Tumore sind Nierenzysten (flüssigkeitsgefüllter Hohlraum im Nierenparenchym). Eine Nierenzyste kann sich im Verlauf der Zeit verändern und sich selten zu einem bösartigen Tumor entwickeln. Bei einem solchen Verdacht ist eine Entfernung und histologische Untersuchung notwendig, da eine Probenentnahme aus zystischem Gewebe nicht möglich ist. Doch auch gutartige Zysten können auf Grund der Größe zu Problemen führen, zum Beispiel zu einer Abflussstörung der Niere. In diesen Fällen hilft eine Zystenentdeckelung. Weitere gutartige Tumore der Niere sind das Angiomyolipom und das Onkozytom. Letzteres ähnelt dem Nierenzellkarzinom sehr, sodass eine sichere Unterscheidung bildgebend nicht möglich ist. Somit wird in diesem Falle trotzdem eine operative Entfernung empfohlen. Eine Probenentnahme kann durch die geringe Gewebemenge ein bösartiges Wachstum nicht sicher ausschließen. Eine Biopsie eines Nierentumors macht deshalb vor allem bei Patient:innen Sinn, die keiner operativen Therapie zugeführt werden können und alternative Verfahren wie eine Ablation im Raume stehen. 

Nierenteilresektion: Organerhaltende Tumoroperation mit da Vinci

Bei kleinen oder günstig gelegenen Nierentumoren kann häufig nur der Tumor entfernt werden, während das gesunde Nierengewebe erhalten bleibt. Dieses Verfahren nennt man Nierenteilresektion. Der Großteil der Eingriffe an der Niere wird in unserer Klinik robotisch-assistiert mit dem da Vinci-System durchgeführt. Diese Technik ermöglicht es, Tumoren besonders präzise und gewebeschonend zu entfernen. Durch den minimalinvasiven Eingriff verkürzt sich die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus sowie auch die postoperativen Schmerzen. Bei größeren Tumoren ist manchmal ein offenes Vorgehen erforderlich, zum Beispiel bei einer Venenbeteiligung mit Ausbildung eines Thrombus. Wenn notwendig, operieren wir in einem interdisziplinären Team (z.B. Gefäßbeteiligung mit unseren Gefäßchirurg:innen

Welche Methode geeignet ist, hängt unter anderem von der Größe und Lage des Tumors sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand ab. Ziel ist immer eine sichere Tumorentfernung bei möglichst gutem Erhalt der Nierenfunktion. 

Lebensqualitäts-Studie (Quality of Life) bei Nierenkrebs

Diese hausinterne Studie befasst sich mit der Untersuchung der Lebensqualität bei bösartigen Erkrankungen. In der Urologie werden hierfür Patient:innen mit Nieren- oder Harnblasenkrebs eingeschlossen. Mit dieser Studie soll untersucht werden, welche Rolle die Operation zur Verbesserung oder auch Verschlechterung der Lebensqualität spielt.

Nierenbeckenkrebs und Harnleiterkrebs (Urothelkarzinom)

Gehen die Tumore von der Schleimhaut der ableitenden Harnwege aus, können diese zu Blut im Urin, Flankenschmerzen oder wiederkehrenden Harnwegsinfektionen führen. In der Computertomografie oder Magnetresonanztomografie werden sie insbesondere in während der Urinausscheidung (urographische Phase) sichtbar: Das über die Vene gegebene Kontrastmittel wird über die Niere ausgeschieden und färbt das Nierenbeckenkelchsystem und den Harnleiter an. Zeigt sich eine Kontrastmittelaussparung, könnte dies einem bösartigen Tumor des Urothels entsprechen und muss abgeklärt werden. Diese Abklärung erfolgt mittels endoskopischer Harnleiter-/Nierenbeckenspiegelung, die gleichzeitig eine Probenentnahme des Gewebes erlaubt. 

Die Behandlung richtet sich nach Größe, Lage und Ausbreitung des Tumors. Da es sich um eine Erkrankung der Schleimhaut handelt, die den gesamten oberen Harntrakt auskleidet (Hohlsystem der Niere und Harnleiter), ist zur sicheren Tumorkontrolle die alleinige Entfernung des betroffenen Areals oft nicht ausreichend. 

Therapie bei Schleimhauttumoren: Die Entfernung von Niere und Harnleiter:

Die Therapie erster Wahl im Falle eines Urothelkarzinoms des oberen Harntraktes ist deshalb die Entfernung von Niere und Harnleiter (Nephroureterektomie) mit Blasenmanschette (Entfernung der Einmündungsstelle des Harnleiters in die Harnblase). Individuelle Abweichungen sind jedoch immer möglich (zum Beispiel bei Einzelniere oder schlechtem Allgemeinzustand). Durch unsere Expertise und langjährige Erfahrung können wir im Krankenhaus Reinbek die Betroffenen über alle Möglichkeiten beraten und ein gemeinsames individuelles Therapiekonzept entwickeln. 

Operatives Leistungsspektrum bei Tumoren von Niere und Harnleiter

Zystenentdeckelung

Nierenteilresektion (Partielle Nephrektomie), da Vinci-asssistiert oder offen chirurgisch

Nierenentfernung (Nephrektomie), da Vinci-assistierte oder offen chirurgisch

Ureterorenoskopische Tumorlaserung (URS)

Harnleiterteilentfernung

Entfernung von Niere und Harnleiter (Nephroureterektomie) mit oder ohne Blasenmanschette, da Vinci-assistierte oder offen chirurgische

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Unser Team

Chefarzt

Dr. med. Claus Brunken

Facharzt für Urologie und Chirurgie

Chefarzt

Dr. med. David Marghawal

Facharzt für Urologie

Oberärztin

Dr. med. Anna Katharina Knabbe

Fachärztin für Urologie

Oberärztin

Dr. med. Katharina Mewes

Fachärztin für Urologie FEBU

Oberärztin

Dr. med. Mira Baumstark

Fachärztin für Urologie

Oberarzt

Luigi Ascalone

Facharzt für Urologie

Oberarzt

Dr. med. Kaweh Thieme-Beizaei

Facharzt für Urologie

Stationsleitung

Carolin Schwarz

Stationsleitung Viszeralchirurgie / Station 3

Stationsleitung

Habib Haxha

Stationsleitung Chirurgische Privatstation / Station 12

Sekretärin

Mariola Cirsovius

Sekretariat Chirurgische Klinik

Sekretärin

Olla Kronhard

Sekretariat Chirurgische Klinik