Höchste Auszeichnung für Händehygiene: Krankenhaus Reinbek erhält Goldzertifikat der „Aktion Saubere Hände“

Nur zwei Krankenhäuser in Schleswig-Holstein tragen das Gold-Siegel, das St. Adolf-Stift ist das einzige Akutkrankenhaus darunter

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Beste Medizin
Das Team der Hygiene hält stolz ihr Goldzertifikat hoch

Anlässlich des erreichten Goldzertifikats der Aktion Saubere Hände in die Freude in der Hygieneabteilung des Krankenhauses Reinbek groß: (v.l.n.r.) Hygienefachkräfte Nicole Borchers-Eckstein, Nadine Brunat und Alrune Full (rechts) bedanken sich gemeinsam mit Krankenhaushygieniker Dr. Marcus Fischer beim Team des St. Adolf-Stiftes.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden rund 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände weitergegeben. Die hygienische Händedesinfektion gilt darum als wirksamste Einzelmaßnahme, um zu verhindern, dass Erreger von einem Menschen auf den anderen übertragen werden. Im Krankenhaus schützt eine konsequente Händedesinfektion Patient:innen ebenso wie Mitarbeitende. Zur Stärkung der Händehygiene beteiligt sich das Krankenhaus Reinbek seit vielen Jahren an der bundesweiten Kampagne „Aktion Saubere Hände“. Nun hat das St. Adolf-Stift erstmalig die höchste Auszeichnung erhalten: das Gold-Zertifikat. In Schleswig-Holstein tragen nur zwei von über 100 Krankenhäusern dieses Siegel. Das Krankenhaus Reinbek ist davon das einzige, das der Akutversorgung dient, also Patient:innen mit akuten Erkrankungen und Notfällen behandelt.

Was hinter dem Gold-Zertifikat steckt

„Es müssen sehr viele Voraussetzungen erfüllt werden. Dass wir nun als einziges Akutkrankenhaus in Schleswig-Holstein beim Goldzertifikat dazugehören, macht uns stolz“, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Fabian Linke. „Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das, dass wir die nationalen Standards im vollen Umfang erfüllen und teilweise sogar darüber liegen. Die Standards für die Patientensicherheit sind nicht nur auf dem Papier hoch, sondern werden im Alltag gelebt.“

– Fabian Linke, Geschäftsführer

Mit der Gold-Auszeichnung werden die umfassenden Maßnahmen des St. Adolf-Stiftes in Bezug auf die Händehygiene gewürdigt. Dazu gehören regelmäßige Schulungen des Personals etwa direkt bei der Einarbeitung sowie die kontinuierliche Überwachung und Verbesserung der Hygienemaßnahmen, wie die Kontrolle des Händedesinfektionsmittel-Verbrauchs und Beobachtungen vor Ort auf den Stationen.

„Für ein Goldzertifikat beobachten und dokumentieren unsere Hygienefachkräfte viele hunderte Situationen auf den Stationen und im Funktionsdienst, wie die Händehygiene im Alltag gelebt wird. Dabei begleiten wir alle Berufsgruppen – vom Chefarzt bis zum Pflege-Azubi - und besprechen die Ergebnisse anschließend mit den Einzelnen und in den Teams. Die Ergebnisse sind erfreulich: Viele Abteilungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr noch mal deutlich verbessert, einige Abteilungen liegen sogar über den bundesweiten Vergleichswerten für ihren Bereich.“

– Dr. Marcus Fischer, Leiter der Hygieneabteilung

Beim jährlichen Aktionstag wird das Wissen aufgefrischt

Eine weitere Voraussetzung für die Zertifizierung ist das Durchführen eins jährliche Aktionstages, um niederschwellig das Wissen der Mitarbeitenden aufzufrischen, praktische Fertigkeiten zu trainieren und das Bewusstsein für die Bedeutung einer korrekten Händehygiene insgesamt zu fördern“, erklärt Nicole Borchers-Eckstein, Hygienefachkraft und Organisatorin des Aktionstages. Dabei erfreut sich ein Schwarzlicht-Test immer großer Beliebtheit. Dank eines speziellen Test-Desinfektionsmittels kann nach dem Verreiben auf den Händen unter Schwarzlichtkontrolle überprüft werden, ob es Benetzungslücken gibt.

„Da die Mitarbeitenden das Ergebnis ihrer Einreibetechnik mit eigenen Augen sehen können, ist das individuelle Verbesserungspotential sofort deutlich und wird leichter verinnerlicht.“

– Nicole Borchers-Eckstein, Hygienefachkraft und Organisatorin des Aktionstages

Das Krankenhaus Reinbek will das erreichte Niveau halten. Laut Dr. Fischer geht das nur gemeinsam: „Die Umsetzung von Hygienemaßnahmen ist immer eine Teamleistung. Und damit ist die Auszeichnung auch das Ergebnis der täglichen Anstrengung von allen Berufsgruppen auf allen Stationen und auch in den Funktionsabteilungen wie OP oder Endoskopie. Insofern ist es eine Auszeichnung für das gesamte Team des St. Adolf-Stiftes!“

Hintergrund: Was ist die „Aktion Saubere Hände“?

Die „Aktion Saubere Hände“ ist eine bundesweite Kampagne auf Initiative des Bundesgesundheitsministeriums. Sie soll Krankenhäuser und andere Einrichtungen im Gesundheitswesen dabei unterstützen, die Händehygiene im Alltag fest zu verankern, um Patient:innen besser vor Infektionen zu schützen. Seit 2011 können sich Krankenhäuser für ihre Hygienequalität auszeichnen lassen, mit einem Zertifikat in Bronze, Silber oder Gold. Gold ist die höchste Stufe. Voraussetzung ist ein umfangreicher Kriterienkatalog. Dazu gehören unter anderem, dass Desinfektionsmittel überall im Haus griffbereit sind, dass der Verbrauch ausgewertet wird, dass die Mitarbeitenden regelmäßig geschult werden und dass es jedes Jahr einen Aktionstag zur Händehygiene gibt.

Aktion Saubere Hände Gold Zertifikat

Gold Zertifikat der Aktion Saubere Hände

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