100.000 Euro Spende für die beste Ausbildung im Pflege- und OP-Bereich

OTA-Azubis und die Schulleitung haben sich beim Spender mit einem Blumenstrauße bedankt

(v.l.n.r.) Die Azubis zu Operationstechnischen Assistent:innen Veronika Rudchenko, Phillip Chan und Patryk Obuch sowie ATA-OTA-Schulleiterin Doreen Lund bedankten sich mit Blumen bei Prof. Norbert Heisig (Mitte) für die Spende von 100.000 Euro an den Campus für Gesundheitsberufe des Krankenhauses Reinbek. Mithilfe einer komplexen Patientenpuppe im Wert von 37.000 Euro können im neuen Übungsraum OP-Situationen realitätsnah simuliert werden. 

Dank hochmoderner Ausstattung in zwei Simulationslaboren üben die Azubis des Krankenhauses Reinbek im Campus realitätsnah an teurer Patientenpuppe

Einer Spende über 100.000 ist es zu verdanken, dass im neuen Campus für Gesundheitsberufe zwei hochmoderne "Sim-Labs" inklusive Regieraum und Simulationspuppe eingerichtet werden konnten. Doreen Lund, Schulleiterin der ATA-OTA-Schule für Fachkräfte, die im OP und Anästhesie-Bereich arbeiten, erklärt: „Während das eine Simulations-Labor ein typisches Patientenzimmer mit Nasszelle darstellt, ist der andere Raum wie ein kleiner OP-Saal ausgestattet – also mit OP-Leuchte, OP-Tisch, typischen Instrumenten und Beatmungsgeräten.

 

Doreen Lund

Highlight ist eine 37.000 Euro teure Simulationspuppe, die täuschend echt einen Patienten darstellt und die während einer Übungseinheit reale Körperreaktionen zeigen, Geräusche von sich geben und auch ferngesteuert sprechen kann. An dieser Puppe können die Auszubildenden in Kleingruppen die Versorgung eines Patienten oder auch eine Notfallsituation üben und im Anschluss mit den Lehrkräften und Praxisanleitenden die Übung reflektieren.

Doreen Lund, Leiterin der ATA-OTA-Ausbildung

Am 19. Mai 2026 wurde dem großzügigen Spender Prof. Dr. Norbert Heisig, ehemaliger Chefarzt und Ärztlicher Direktor des St. Adolf-Stiftes, in Simulationen von Lehrkräften und Auszubildenden die Möglichkeiten von zwei Sim-Labs anschaulich vorgestellt. Der 92-Jährige hatte sich vor einem Jahr an die Schulleiterin Doreen Lund gewandt mit dem Vorschlag, eine große Summe an die beiden neuen Schulen im Campus zu spenden. Als Ärztlicher Direktor war er gemeinsam mit einer Ordensschwester mehr als 20 Jahre auch Leiter der Reinbeker Pflegeschule. 
 

 

In den Pflege- und Funktionsberufen gibt es in Deutschland einen zunehmenden Fachkräftemangel. Die neue Schule für Gesundheitsberufe sollte so gut ausgestattet werden, dass sie die beste Schule für den Pflege-Nachwuchs ist. Eine auch technisch hochkarätige Ausbildung spricht talentierte junge Menschen an, die diese Berufe ergreifen wollen. Sie erhalten dank der beiden Simulationslabore eine exzellente theoretische und praktische Ausbildung und können nach ihrem Examen als Pflege-, Anästhesie- oder OP-Fachkräfte vom Krankenhaus Reinbek übernommen werden."

Prof. Dr. Norbert Heisig, ehemaliger Ärztlicher Direktor und Spender

Nach der Simulations-Vorstellung dankten der Ärztliche Direktor Prof. Tim Strate und Pflegedirekor Franz Josef Kravanja Prof. Heisig mit den Worten: „Schon lange sind Sie unserem Krankenhaus auch nach ihrem aktiven Dienst als Chefarzt der Inneren Medizin und Ärztlicher Direktor verbunden. Es ist doch schon eine besondere Geste, wenn ein Arzt und zudem ein Internist sich nicht nur für die Medizin, sondern auch für den Pflege-Nachwuchs und die nächste Generation an Fachkräften im Zentral-OP engagiert. Das zeugt von einem außergewöhnlichen Engagement, das seinesgleichen sucht.“

Auch ATA-OTA-Schulleiterin Doreen Lund dankte dem Spender. Sie sagte: „Prof. Heisig Sie haben uns großzügiger Weise eine Spende von 100.000 Euro in Aussicht gestellt und wir haben uns als Haus bzw. Campus bewusst entschieden, diese Mittel in zwei Simulationslabore zu investieren, insbesondere für den OP-Schulungsraum und eine Trainingspuppe. Zur modernen Ausbildung in Gesundheitsberufen gehören so genannte Skills-Labs und eben Sim-Labs dazu. Im Skills-Lab lernen die Auszubildende von den Praxisanleiterinnen zunächst bestimmte Fertigkeiten und Tätigkeiten, also zum Beispiel das Messen des Blutdrucks oder das Anlegen eines Verbandes. In einem Sim-Lab wird dann ein ganzer typischer Ablauf in Interaktion mit einem Patienten simuliert, das kann eine normale Morgen-Routine sein oder aber auch eine Notfallsimulation im OP. Die Lehrkräfte geben den Azubis zunächst ein Briefing, beobachten die Abläufe aus dem Regieraum und lassen im Anschluss die Auszubildenden zu Wort kommen, was war gut, was könnte man besser machen und geben danach konkrete Tipps. Es wird in einem geschützten Raum geübt, um für den Praxiseinsatz an echten Patienten gut vorbereitet zu sein.“

Solche fachpraktischen Übungen finden laut Lehrplan mittlerweile in allen Schulen für Gesundheitsberufe statt. Nur oft ist das Equipment aus dem Bestand des Krankenhauses zusammengesucht, nicht vollständig oder schon veraltet. Und meist sind Patientenpuppen ohne Funktion. Die Pflegeschulleiterin Christiane Behrschmidt ist begeistert.  

Christiane  Behrschmidt

Dank Prof. Heisigs Spende haben wir hier wirklich die beste Ausstattung. Die von uns ausgewählte Puppe Nursing Anne hat sehr viele Funktionalitäten, sie kann atmen, die kann husten, man kann an ihrem Handgelenk den Puls messen und auch eine Blutdruckmanschette anlegen. Die Auszubildenden können sogar lernen einen Harnblasenkatheter zu legen und sehen dank Ersatzflüssigkeit im Urinbeutel auch den Erfolg. Es gibt die Möglichkeiten Injektionen zu legen und die Praxisanleiterinnen und Lehrerinnen können per Mikrofon und Lautsprecher als Patienten antworten und Fragen stellen. Das fühlt sich für unsere Auszubildenden schon sehr realistisch an.

Christiane Behrschmidt, Leiterin der Pflegeausbildung

Hintergrund

Mit der 100.000 Euro-Spende wurde neben der 37.000 Euro teuren Simulationspuppe „Nursing Anne“ auch der OP-Übungsraum fast komplett ausgestattet. Dazu gehörte eine mobile OP-Leuchte, OP-Beistell- und Instrumentiertische, ein Sauggerät und ein Infusionsständer ein Lastenregal inklusive mehrerer echter OP-Siebe (das sind sehr teure Koffer mit vorgepackten OP-Instrumenten für bestimmte Eingriffe etwa in der Unfallchirurgie oder Gynäkologie). 
Das benachbarte Patientenzimmer wurde zum Teil mit der Spende ausgestattet, bestimmte Dinge sind aus dem Bestand der bisherigen Pflegeschule, eine einfachere Puppe und aktuell noch die beiden Pflegebetten, da die gespendeten Betten eine sehr lange Lieferzeit haben. Die Übungspuppen können in beiden Räumen genutzt werden. 

Bildergalerie

Die OTA-Azubis simulieren eine OP-Szene mit lokaler Betäubung an Übungspuppe
Krankenhausleitung bedankt sich im Übung-OP beim Spender
OTA-Azubis zeigen dem Spender die Patientenpuppe, er nimmt den Puls
Schulleiterin zeigt Spender die teuren OP-Instrumente im Übungs-OP
Im Simulations-Patientenzimmer wird die Körperpflege geübt
Die OTA-Azubis simulieren eine OP-Szene mit lokaler Betäubung an Übungspuppe
Krankenhausleitung bedankt sich im Übung-OP beim Spender
OTA-Azubis zeigen dem Spender die Patientenpuppe, er nimmt den Puls
Schulleiterin zeigt Spender die teuren OP-Instrumente im Übungs-OP
Im Simulations-Patientenzimmer wird die Körperpflege geübt

Interessiert an einer Ausbildung in der Pflege oder als OTA / ATA?

Melden Sie sich gern im Campus für Gesundheitsberufe oder schauen Sie auf die Webseite der Ausbildungsgänge.
Carolin
Jaspersen
Sekretärin der Pflegeschule
040 / 72 80 - 37 80 oder - 50 96
KRANKENHAUS REINBEK ST. ADOLF-STIFT,
Hamburger Straße 41, 21465 Reinbek