Krankenhaus Reinbek erneut für Herzinfarktbehandlung ausgezeichnet
Stellvertretend für einen Teil des interdisziplinären Teams (v.l.n.r.): Qualitätsmanagerin Michelle Buck, Oberarzt Dr. Alexander Dutsch (Leiter der CPU), Kardiologie-Chefärztin Dr. Britta Goldmann sowie die kardiologische Stationsleitung Sarah Abels und ihre Stellvertreterin Jennifer Sichma halten stolz das Zertifikat in den Händen, das die ausgezeichnete Behandlung von Patienten mit unklaren Brustschmerzen auf der Chest Pain Unit im Krankenhaus Reinbek belegt.
Mindestens vier Überwachungsplätze mit einer Transferzeit von nicht mehr als 15 Minuten in ein Herzkatheterlabor – und das 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr – das sind einige der Mindestanforderungen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) für eine Zertifizierung als Chest Pain Unit (auf Deutsch: “Brustschmerzeinheit“). Denn bei unklaren Brustschmerzen muss zügig abgeklärt werden, ob ein Herzinfarkt vorliegt. Um dies zu bestätigen oder auszuschließen wird eine solche, speziell ausgestattete Überwachungseinheit benötigt.
Bereits seit Anfang 2023 verfügt die Klinik für Kardiologie des Krankenhauses Reinbek St. Adolf-Stift über eine zertifizierte Chest Pain Unit (CPU) mit insgesamt sechs Betten. Jetzt wurden dem Team erneut höchste Qualitätsstandards in der Herznotfallversorgung von der DGK bestätigt. Chefärztin Dr. Britta Goldmann fasst zusammen:
„Patienten mit Brustschmerzen werden bei uns in einem nach neuesten Leitlinien strukturierten Ablauf von regelmäßig geschultem Personal in speziellen Räumlichkeiten behandelt. Sechs interventionell tätige Kardiologinnen und Kardiologen können bei Verdacht auf eine kritische Durchblutungsstörung am Herzen in unserem 24/7 bereiten Herzkatheterlabor den Menschen zeitnah und professionell helfen, etwa durch Aufdehnung des Gefäßes oder durch einen Stent. Grundsätzlich gilt: Je schneller diagnostiziert und therapiert wird, umso besser ist die Prognose für die Patienten.“
Der ärztliche Leiter der CPU, Dr. Alexander Dutsch sagt: „Mein Dank geht an das ganze Team, das sich im St. Adolf-Stift auch für diese Zertifizierung wieder sehr engagiert hat. Die Prozesse wurden an die ganz neuen Leitlinien angepasst und noch mal geschärft. Die Rezertifizierung ist für uns kein Selbstzweck, sondern der Beweis, dass wir unsere Versprechen an die Patientinnen und Patienten einhalten. Jeder Mensch mit Brustschmerzen oder Atemnot verdient eine schnelle, gezielte und leitliniengerechte Abklärung – und genau das können wir in unserer CPU garantieren. Auch gegenüber den kardiologischen Praxen in der Region ist die uneingeschränkte Zertifizierung ein klares Signal, Menschen mit unklarem Thoraxschmerz an uns zu überweisen, weil sie hier von einem eingespielten Team auf hohem Niveau behandelt werden.“
Der Kardiologe erläutert auch, dass sich nicht jeder Herzinfarkt mit dem klassischen Druckschmerz ankündigt, der in den linken Arm ausstrahlt.
„Brustschmerz ist nicht gleich Brustschmerz. Besonders bei Frauen und Diabetikern gibt es atypische Verläufe, bei denen die Brust vielleicht gar nicht weh tut, sondern vielleicht benachbarte Körperteile wie der Rücken oder der Kiefer. Bitte auch bei Luftnot, Übelkeit oder plötzlicher starker Erschöpfung an einen Herzinfarkt denken. Bei einem diffusen Gefühl, ernsthaft krank zu sein, das sich nicht erklären lässt, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig den Notruf wählen. Jede Minute, die mit Überlegen vergeht, kann Herzmuskelgewebe kosten."
Und wie sehen die Pläne für die Zukunft aus? Im Herbst wird die gesamte Kardiologie des Krankenhauses Reinbek in das neue Notfallzentrum umziehen. Chefärztin Dr. Goldmann ist schon voller Vorfreude: „Im Neubau ist dann das, was aktuell baulich noch nicht optimal ist, wirklich perfektioniert: Es wird noch kürzere Wege für die Patienten und auch uns als Personal geben, denn die CPU wird sich in der Notaufnahme direkt neben dem Herzkatheterlabor und allen kardiologischen Funktionsräumen befinden, wo das Kardiologie-Team die Diagnostik und Therapie für alle Herzpatienten durchführt – egal ob Notfälle oder einbestellte Patienten.“