Drittes Dialysezentrum Norddeutschlands mit besonderer Auszeichnung

Eine einfache DIN ISO-Zertifizierung hat dem Nierenzentrum Reinbek-Geesthacht mit Dialysestation im St. Adolf-Stift nicht gereicht. Sie stellten sich einer ganz besonderen Prüfung durch den TÜV Süd - und das erfolgreich.
Img 9031 Zertifikat Dialyse 2000

Freuen sich über die zwei Auszeichnungen für das Dialysezentrum Reinbek-Geesthacht mit Dialysestation im St. Adolf-Stift: Die beiden Nierenärzte Prof. Dr. Markus Meier und Marko Staben, Pflegedienstleiter Michael Hein und der Ärztliche Prof. des Krankenhauses Prof. Dr. Stefan Jäckle.

Das Dialysezentrum Reinbek-Geesthacht ist samt der Dialyseabteilung im St. Adolf-Stift neuerdings nicht nur mit seinem Qualitätsmanagement DIN ISO zertifiziert, sondern hat auch noch das Zusatzzertifikat „Good Dialysis Practice" des TÜV Süd erhalten. „Damit sind wir in Norddeutschland eines von nur drei Zentren, das diesen Qualitätsstandard auf höchstem Niveau erfüllt. Ein sehr intensiver und arbeitsreicher Weg wird durch diese ganz besondere Auszeichnung gekrönt“, sagt Prof. Dr. Markus Meier nicht ganz ohne Stolz. Das sei eine echte Teamleistung, so der Facharzt für Nierenheilkunde. „Von diesen hohen Standards profitieren unsere oft sehr schwerkranken Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung, die auf eine Blutwäsche angewiesen sind, besonders. Denn durch klare Standards gibt es insgesamt weniger Komplikationen. Aber auch unsere Mitarbeiter sind zufriedener, weil alles definiert ist und man bei offenen Fragen im 780-Seiten starken elektronischen QM-Handbuch einfach ‚googeln‘ kann.“

Alles habe 2013 mit einem einheitlichen Hygieneplan für alle drei Standorte angefangen. Ein Wunsch aus der Pflege. Denn es gibt viele Anweisungen und Bestimmungen rund um die hochkomplexe Dialyse und doch hat jede Pflegekraft und jeder Arzt in seiner Ausbildung etwas anderes gelernt und manchmal unterschiedlich gearbeitet. Michael Hein, Pflegedienstleiter: „Unsere Mitarbeitenden wollten einfach Sicherheit und Einheitlichkeit und einen Hygieneplan, der zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter mit festen Standards herangezogen werden kann.“ Und so traf sich ein Team von Freiwilligen und bestimmte nach und nach für alle häufigen, aber auch seltenen Situationen die gesamten Abläufe. Aus dem Hygieneplan entstand dann das QM-Handbuch. Und aus dem Qualitätsmanagement erwuchs der Wunsch, sich dann auch prüfen und zertifizieren zu lassen.

Nierenarzt Dr. Marko Staben ergänzt: „Bei uns ist sehr viel Technik im Hintergrund und gleichzeitig arbeiten wir mit Menschen, die oft viele Begleiterkrankungen haben. Da könnten auch seltene Fehler schwere Folgen haben. Darum haben wir in den Teams eine transparente Fehlerkultur etabliert: Wenn etwas ungewöhnliches passiert, melden unsere Kollegen die Situation weiter und eine Arbeitsgruppe bespricht dann, wie eine Wiederholung des Fehlers durch neue Vorkehrungen vermieden werden kann.“

Die seltene Auszeichnung „Good Dialysis Practice“ hat ganz besondere Ansprüche an die Dialysetechnik und das Qualitätsmanagement. Denn hier geht es nicht nur darum, ob Prozesse hinterlegt sind, sondern ob diese auch wirklich gelebt und verstanden werden: So wurden Mitarbeitende Anfang des Jahres intensiv zu konstruierten Situationen befragt und konnten ganz offensichtlich stets hervorragend Auskunft geben.

Gemeinsam mit dem Nierenzentrum Reinbek-Geesthacht ist auch die Dialyseeinheit im Krankenhaus Reinbek geprüft und ausgezeichnet worden. Seit 2013 erhalten alle stationären Patienten komfortabel ihre Dialysebehandlungen im St. Adolfstift und werden von den Nierenärzten der Praxis und des Krankenhauses gemeinsam betreut. Prof. Dr. Stefan Jäckle, Ärztlicher Direktor des St. Adolf-Stiftes sagt: „Unsere Patienten, die neben der eigentlichen Erkrankung oft dialysepflichtig sind, profitieren von der hohen Expertise unseres Kooperationspartners. Ob in der Medizin und Pflege – die Zertifizierung unterstreicht die optimierten Prozesse und damit auch die hohe Behandlungsqualität.“
Fürs Krankenhaus wurde Anfang des Jahres Dr. Philipp Bassler als Oberarzt in der Nephrologie als Nierenexperte eingestellt. Er sagt: „Das interdisziplinäre Team gewährleistet in Reinbek eine Behandlung, die höchsten internationalen Standards gerecht wird und sich an den neuesten medizinischen Erkenntnissen orientiert. Dadurch haben wir die Möglichkeit alle Dialyseverfahren im eigenen Hause anzubieten, so dass es uns auch bei erschwerten Dialysezugängen gelingt, den Aufenthalt für unsere Patienten im St. Adolf-Stift so angenehm wie möglich zu gestalten und gleichzeitig kurz zu halten.“

Vom QM-Handbuch haben übrigens auch Corona-Verdachtspatienten profitiert, bei denen bis zum Nachweis eines negativen Abstrichs vom Gesundheitsamt häusliche Quarantäne angeordnet wurde. Pflegedienstleiter Michael Hein sagt: „Ihre Blutwäsche wurde nach unserem QM-Standard als ‚Isolations-Dialyse‘ durchgeführt. Und wie das bezüglich Schutzkleidung, Reihenfolgen und Hygienevorschriften genau geht, war für jeden Mitarbeiter nachzulesen und an Schaubildern sichtbar.“


Hintergrund Nierenerkrankungen


Volkskrankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes führen bei der immer älter werdenden Bevölkerung zu einem deutlichen Anstieg der Nierenschwäche. In Deutschland erhalten etwa 90.000 Menschen mehrfach in der Woche eine Dialyse (Blutwäsche), vor 10 Jahren waren es nur 80.000. Das Nierenzentrum Reinbek-Geesthacht betreut aktuell über 250 Dialysepatienten ambulant. Im St. Adolf-Stift werden jährlich über 3.000 Dialysen bei stationären Patienten durchgeführt. 

Über das Krankenhaus Reinbek

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift ist ein freigemeinnütziges Krankenhaus mit expandierender Entwicklung und überregionalem Einzugsgebiet direkt an der östlichen Stadtgrenze von Hamburg. Es verfügt über 351 Betten in den Fachrichtungen Kardiologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Hämato-/Onkologie und Palliativmedizin sowie der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Urologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, interventionelle Radiologie sowie  Gynäkologie und Geburtshilfe.

Jährlich werden über 19.000 stationäre und 25.000 ambulante Fälle behandelt und 9.000 Operationen durchgeführt. Im St. Adolf-Stift arbeiten rund 1.000 Menschen in den unterschiedlichen Bereichen. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg und einer der größten Ausbildungsbetriebe in Reinbek. Das christliche Menschenbild ist Grundlage und Maßstab unseres Handelns.

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