LungenClinic Grosshansdorf und Krankenhaus Reinbek bauen strategische Partnerschaft aus
Bild aus OP: Dr. Nina Westphal (LungenClinic Grosshansdorf) (Mitte) und Louai Aghwan (Krankenhaus Reinbek) (links) operieren gemeinsam im OP des St. Adolf-Stift.
Großhansdorf, 30. Juli 2026. Die LungenClinic Grosshansdorf und das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift arbeiten seit zwei Jahren in einer wachsenden, engen und vertrauensvollen Partnerschaft zusammen und kommen damit bereits jetzt den Forderungen der Krankenhausreform zu mehr Spezialisierung und Kooperation nach. In mehreren medizinischen Fachgebieten setzen die beiden Stormarner Häuser auf fachliche und personelle Vernetzung sowie ergänzende Strukturen.
Erst vor kurzem trafen sich die Klinikgeschäftsführungen der beiden Stormarner Kliniken Carolin Schaller und Priv.-Doz. Dr. Benjamin Waschki von der LungenClinic Grosshansdorf sowie Fabian Linke und Prof. Dr. Tim Strate vom Krankenhaus Reinbek, um über aktuelle Entwicklungen in der Kliniklandschaft und Erweiterungen in der bestehenden Kooperation zu sprechen. Fabian Linke, Krankenhausgeschäftsführer des St. Adolf-Stiftes, bringt dies auf den Punkt: „Wir sind zwei benachbarte, starke Krankenhäuser mit sich ideal ergänzenden medizinischen Schwerpunkten, die zum Wohl der Patientinnen und Patienten immer enger zusammenarbeiten. Denn Kooperation ist heute zielführender als Konkurrenz – insbesondere angesichts der stetig zunehmenden Spezialisierung in der Medizin und den 2027 kommenden Leistungsgruppen. So unterstützt unser Ärzteteam die Fachklinik Großhansdorf beispielsweise in den Bereichen Kardiologie, Gastroenterologie und Gefäßchirurgie.“ Gerade ältere Patientinnen und Patienten leiden häufig nicht nur an einer Erkrankung, etwa der Lunge, sondern haben gleichzeitig Begleiterkrankungen des Herzens, des Darms oder der Gefäße.
„Unser gemeinsames Ziel ist daher klar: Unabhängig davon, in welcher der beiden Kliniken eine Patientin oder ein Patient zunächst behandelt wird, soll stets die bestmögliche medizinische Versorgung gewährleistet sein. Das gelingt durch die enge Zusammenarbeit unserer Ärztinnen und Ärzte – etwa durch gemeinsame Visiten und Operationen oder durch eine optimal abgestimmte Verlegung in die jeweils spezialisierte Klinik für den weiteren Eingriff.“
Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist beispielhaft im Kreis Stormarn
Carolin Schaller, Kaufmännische Geschäftsführerin der LungenClinic ist stolz auf das Versorgungsnetzwerk, welches für eine lückenlose und ressourcenschonende Weiterbehandlung der Patient:innen in der Region geschaffen wurde: „Wir als Lungenzentrum freuen uns sehr, in Reinbek einen so guten und breit aufgestellten Partner gefunden zu haben, mit dem wir auf Augenhöhe zusammenarbeiten können und uns fachlich ideal ergänzen. Wir befinden uns in einem regelmäßigen Austausch und schärfen unsere Kooperation mit Blick auf die Anforderungen der Krankenhausreform stetig nach. Damit gehen wir gerade für den Kreis Stormarn mit gutem Beispiel voran und stellen uns bereits jetzt den neuen Herausforderungen. Aber auch auf kaufmännischer Ebene tauschen wir uns zu aktuellen Sachlagen aus – so zum Beispiel zu Erfahrungen rund um den Neubau oder die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern.“
Aus- und Weiterbildung im Visier
Mit Blick auf Aus- und Weiterbildung bietet die Klinikkooperation ebenso gute Möglichkeiten. So haben angehende Pflegefachkräfte aus Reinbek seit Neuestem die Möglichkeit, ihre Praxiseinsätze auch in der Akutpflege in Großhansdorf zu absolvieren.
Priv.-Doz. Dr. Benjamin Waschki, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Pneumologie in der LungenClinic, betont einen weiteren wertvollen Aspekt: „In unserer Kooperation nehmen wir auch die Weiterbildung ins Visier. So verfügen unsere Assistenzärztinnen und -ärzte in den Bereichen Innere Medizin und Anästhesie über die Möglichkeit, ohne großen bürokratischen Aufwand, im jeweils anderen Haus für eine begrenzte Zeit eingesetzt zu werden und die Kenntnisse in weiteren Fachgebieten oder ergänzenden Spezialisierungen zu vertiefen. Beide Seiten profitieren von den durch die jeweilige Expertise gewonnenen Erfahrungen und können dies direkt in der Patientenversorgung einsetzen. Dieses Rotationsprinzip ist für viele ärztliche Kolleginnen und Kollegen ein großer Zugewinn und auch für den Ablauf in unseren jeweiligen Häusern ist der Blick über den Tellerrand sehr zuträglich.“
Schwerpunkt in der thoraxchirurgischen Versorgung für Tumorpatienten
Das St. Adolf-Stift hat seinen Onkologischen Schwerpunkt immer weiter ausgebaut bis zu einem von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Onkologischen Zentrum. Dafür ist auch eine Thoraxchirurgie vor Ort wichtig, da viele Krebsarten Metastasen in der Lunge ausbilden, die auch weiterhin in Reinbek operiert werden. Prof. Dr. Tim Strate, Ärztlicher Direktor im Krankenhaus Reinbek und Chefarzt der Klinik für Chirurgie, selbst unter anderem Thoraxchirurg erläutert die Hintergründe: „Wir haben aber die Forderung der Krankenhausreform nach Spezialisierung und Kooperation vorweggenommen und haben die bisher durchgeführten 50 Operationen bei primären Lungenkrebs an die benachbarte, hochspezialisierte LungenClinic abgegeben und im Gegenzug Spezialisten aus Großhansdorf gewonnen, die für die kleineren Eingriffe nach Reinbek kommen, die für unsere Tumorpatienten ganz wichtig sind, wenn zum Beispiel bei Darmkrebs, wo wir in Schleswig-Holstein führend sind, Lungenmetastasen entfernt werden müssen.“
Seit März 2025 fahren ein Facharzt und eine Fachärztin aus Großhansdorf bis zu drei Mal in der Woche ins Krankenhaus Reinbek, bieten im St. Adolf-Stift eine Sprechstunde an, besprechen die Krebserkrankungen in der Tumorkonferenz mit den Reinbeker Onkologen und schneidenden Fächern, visitieren die Patienten auf Station, operieren sie.
Dr. Nina Westphal und Marek Pawelzik, beide Fachärzte für Thoraxchirurgie der LungenClinic Grosshansdorf, pendeln für operative Eingriffe am Thorax, wie Metastasen-Entfernung oder Biopsien, nach Reinbek. „Mittlerweile sind wir gemeinsam mit dem Viszeralchirurgen Louai Aghwan und den auf Lungen-Eingriffe spezialisierten OP-Pflegekräften aus dem St. Adolf Stift ein fest eingespieltes Team, auch wenn wir im Reinbeker OP nur zu Gast sind. Wichtig ist uns dabei vor allem, dass wir die operierten Patientinnen und Patienten gemeinsam visitieren, um den Operationsverlauf zu bewerten und eine lückenlose und persönliche Behandlung sicherzustellen“, schätzt Dr. Nina Westphal die enge fachliche Zusammenarbeit ein.
Individuelles Komplettpaket für die Patienten, die verlegt werden müssen
Komplexe Eingriffe, wie Lungenlappen-Entfernungen, werden hingegen in der darauf spezialisierten LungenClinic durchgeführt, die hier die bekannten Mindestmengen seit Jahren deutlich übererfüllt. Diese werden zukünftig auch für die Anforderungen an die Leistungsgruppen entscheidend sein. Prof. Strate sieht viele Vorteile für die Reinbeker Patienten durch die Kooperation: „Alle Voruntersuchungen, Blutabnahme, CT und Sprechstunden finden bei uns statt. Die Patienten müssen sich für die Verlegung um nichts kümmern, für sie wird ein individuelles Komplettpaket geschnürt, alle Informationen strukturiert übergeben. Nach der perfekten OP in der LungenClinic erhalten die Patienten ihre weitere Krebstherapie ambulant oder stationär vor Ort bei uns.“
Informationen über die LungenClinic Grosshansdorf
Die LungenClinic Grosshansdorf ist ein offizielles Lungenzentrum des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Die international anerkannte Fachklinik für sämtliche Erkrankungen der Lunge und Atemwege versorgt jährlich rund 12.500 Patient:innen stationär und ambulant in den Schwerpunkten Pneumologie, Thoraxonkologie, Palliativmedizin, Thoraxchirurgie und Anästhesie. Das Haus ist ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Lungenkrebszentrum mit Mesotheliomeinheit, zertifiziertes Weaningzentrum nach der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) sowie einziges in ganz Norddeutschland zertifiziertes Exzellenzzentrum für Thoraxchirurgie durch die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT). Außerdem ist die LungenClinic Grosshansdorf ein Standort des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) und nimmt damit eine führende Rolle in der Erforschung und Anwendung neuester medizinischer Erkenntnisse ein. Angesichts dieser dynamischen Entwicklung ist es umso bemerkenswerter, dass das Haus bereits im Jahr 1900 von der LVA der Hansestädte als Tuberkulose-Heilanstalt errichtet wurde.
Zur LungenClinic Grosshansdorf GmbH zählen zudem die Tochtergesellschaften GVS (Catering) und KGS (Reinigung) sowie die Medizinischen Versorgungszentren besseratmen.
Informationen über das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift
Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift ist ein freigemeinnütziges Krankenhaus im Kreis Stormarn mit expandierender Entwicklung. Es verfügt über 361 Betten, demnächst 431 Betten mit einem breit gefächertem Leistungsspektrum. Dazu gehören die Kliniken für Innere Medizin & Gastroenterologie, für Kardiologie, für Neurologie, für Chirurgie, für Gefäß- & Shuntchirurgie, für Urologie, für Orthopädie & Unfallchirurgie, für Radiologie, eine Frauenklinik sowie eine interdisziplinäre Intensivstation und ein großer Zentral-OP. Jährlich werden im Krankenhaus Reinbek rund 20.000 Patient:innen stationär und 40.000 in der Zentralen Notaufnahme ambulant behandelt.
Das St. Adolf-Stift ist auf Tumorerkrankungen spezialisiert. Es ist von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) als Onkologisches Zentrum zertifiziert. Für diese hohe Auszeichnung sind Zertifizierungen als „Viszeralonkologisches Zentrum“, als Brustzentrum und als Gynäkologisches Krebszentrum Voraussetzung. Zusätzlich wurde das Krankenhaus Reinbek von der DKG 2026 als Uroonkologisches Zentrum ausgezeichnet.
Endes des Jahres eröffnet das Krankenhaus auf seinem Gelände ein Integriertes Notfallzentrum sowie zwei Bettenstationen. Ein neuer Campus für Gesundheitsberufe für insgesamt 200 Auszubildende wurde bereits im vergangenen Jahr in Betrieb genommen.
Bildergalerie
- Bild 1: Geschäftsführung der beiden Kliniken (v.l.): Priv.-Doz. Dr. Benjamin Waschki (Medizinischer Geschäftsführer, Ärztlicher Direktor), Carolin Schaller (Kaufmännische Geschäftsführerin), beide LungenClinic Grosshansdorf, Fabian Linke (Krankenhausgeschäftsführer), Prof. Dr. Tim Strate (Ärztlicher Direktor), beide Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift.
- Bild 2: Bei der chirurgischen Händedesinfektion Louai Aghwan (Krankenhaus Reinbek) Dr. Nina Westphal (LungenClinic Grosshansdorf)