St. Adolf-Stift bietet Pflegenden in einem Modellprojekt die Chance auf selbstbestimmte Arbeitszeit

Pressemitteilung
Das Krankenhaus Reinbek ermöglicht ab sofort Krankenschwestern und Pflegern durch die Gründung eines Pools zu ihren Wunschzeiten zu arbeiten, um Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bekommen

„Die Pflege ist immer noch sehr weiblich dominiert und gerade Frauen haben neben dem Beruf oft andere Verpflichtungen, die sich mit einem 3-Schicht-System nicht gut vereinbaren lassen“, weiß Angela Ahrens, Stellvertretende Pflegedirektorin am Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift. Immer wieder berichten gelernte Krankenschwestern ihr in Vorstellungsgesprächen davon, wie kompliziert es sei, ihre Kinder oder pflegebedürftige Angehörige mit einem Dienstplan zu vereinbaren, der wechselnde Früh-, Spät- und Nachtschichten sowie Wochenenddienste vorsieht. Schon jetzt würden einige Mitarbeiterinnen nur am Wochenende arbeiten, damit der Mann dann die Kinder betreuen kann oder 5 Nachtdienste im Monat übernehmen, um fachlich am Ball zu bleiben und weiter in ihre Rente einzuzahlen. Doch die Tagdienste sind in der Regel starr in der Zeit von 6.00 bis 13.30 und 12.45 bis 20.15 Uhr und lassen keine Flexibilität zu, um das Kind etwa um Punkt 13 Uhr vom Kindergarten abzuholen.

Darum geht das Krankenhaus Reinbek nun neue Wege mit einem Modellprojekt für die Gewinnung von Pflegepersonal. Angela Ahrens: „Wir gründen im Mai einen Springer-Pool für Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigte. Die Idee ist, dass uns die neuen Kolleginnen, die vielleicht nach ein paar Jahren in Elternzeit einen Wiedereinstieg in ihren gelernten Beruf suchen, ihre möglichen Zeitfenster nennen und wir daraufhin einen Monatsdienstplan erstellen.“ Eine Mutter kann vielleicht werktags von 8 bis 13 Uhr, eine andere immer nur freitags für eine ganze Schicht, weil ihr Mann am letzten Tag der Arbeitswoche immer frei hat.

Aus dem neuen Pool werden ab Mai im St. Adolf-Stift punktuell die Stationen verstärkt, bei denen gerade eine Stelle vakant ist oder Mitarbeiter krank sind. Ahrens: „Auch wenn die Springer nur für 4 oder 6 Stunden aushelfen statt die ganze 7-Stunden-Schicht zu arbeiten, sind sie für die übrigen Kollegen eine große Entlastung. Das Stammpersonal kann durch die Unterstützung die Qualität in der Patientenversorgung halten und baut gleichzeitig weniger Überstunden auf. Es ist also für neue und bestehende Mitarbeiter eine Win-Win-Situation.“

Einzige Bedingung: Die neuen Pflegekräfte müssen flexibel und offen für Neues sein, weil sie als Pool-Mitarbeiter in wechselnden Bereichen eingesetzt werden und dadurch auch unterschiedliche Ansprechpartner und Patienten vorfinden. Angela Ahrens erläutert: „Am Anfang schulen wir die neuen Kolleginnen – auch in unserem elektronischen Pflegedokumentations-System – und natürlich setzen wir die Kräfte fachlich nur innerhalb ihrer beruflichen Qualifikation und Erfahrung ein.“

Das Projekt wird von Angela Ahrens und ihrer Kollegin Yvonne Stresow begleitet: „Wir sind für die Pool-Mitarbeiter die ersten Ansprechpartner und werden aus ihnen ein Team machen“, sagt Stresow. Die pflegerische Abteilungsleitung für die Chirurgie ist selbst Mutter einer kleinen Tochter. Ihr ist besonders wichtig, dass eine spätere Ausweitung des Stundenumfangs sowie eine Übernahme auf eine feste Station selbstverständlich möglich sei. „Wir möchten ja den Frauen eine Brücke bauen, wieder irgendwann Vollzeit in ihrem erlernten und hochqualifizierten Beruf zu arbeiten. Wir sind fest überzeugt: Die Pool-Gründung ist dafür ein pragmatischer erster Schritt, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.“

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Christiane
Behrschmidt
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