AWO und St. Adolf-Stift bieten mit neuem Berufssprachkurs eine Perspektive

AWO-Integrations-Center Südstormarn und Krankenhaus Reinbek setzen erfolgreiche Zusammenarbeit für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund fort
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Kursteilnehmer des berufsbezogenen Sprachkurses mit ihren Ansprechpartnerinnen Angela Ahrens vom St. Adolf-Stift und Sabrina Born (rechts) vom AWO-Integrations-Centers beim ersten Unterrichtsblock Anfang Februar.

„Ich finde es großartig, dass das Krankenhaus Reinbek für seine Mitarbeiter so etwas ermöglicht“, sagt Ilona Akopjan. Die Leiterin des AWO-Integrations-Centers Südstormarn in Reinbek freut sich sehr über die Kooperation: „Das St. Adolf-Stift ist zumindest in Schleswig-Holstein das erste Unternehmen, das für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund auf seinem Firmengelände einen solchen berufsbezogenen Sprachkurs anbietet.“ Die Anpassung der Dienstpläne ermögliche die Teilnahme an den Kursen über ein gutes halbes Jahr ganz praktisch.
Angela Ahrens betreut das Projekt von Krankenhaus-Seite. Die Stellvertretende Pflegedirektorin sagt: „Wir arbeiten im St. Adolf-Stift gemeinsam mit unserer Flüchtlingsbeauftragten Schwester Luise schon seit 2015 immer wieder mit dem AWO-IntegrationsCenter bei Praktikanten und Mitarbeitern aus dem Ausland erfolgreich zusammen und sind gern Partner für dieses Pilotprojekt.“

Ab sofort treffen sich jeden Donnerstagnachmittag und Samstagvormittag in einem Klassenraum der Pflegeschule für jeweils 4 Unterrichtsstunden 8 Krankenhausmitarbeiter aus dem St. Adolf-Stift. Darunter sind Pflegekräfte mit bereits absolvierter Berufsanerkennung und zwei Mitarbeiter aus dem Patientenfahrdienst. Alle eint ein gemeinsames Ziel: Sie wollen ihre Deutschkenntnisse vertiefen und am Ende ein C1-Zertifikat in den Händen halten. Dabei geht es vor allem um Sprachkenntnisse rund um die Tätigkeit in einem Krankenhaus. Sabrina Born, AWO-Sprachkursleiterin und Sprachkurskoordinatorin im AWO-IntegrationsCenter in Reinbek erklärt: „Der Kurs bereitet nicht nur auf die klassische C1-Prüfung vor, sondern es geht dabei viel um die typische Kommunikation mit Patienten, Kollegen oder Ärzten im Krankenhaus, die wir auch in Rollenspielen einüben.“ Dabei werden systematisch der aktive Wortschatz und Grammatikstrukturen erweitert und gefestigt. Aber auch Fertigkeiten wie Hörverstehen, Lesen und Schreiben stünden auf dem Stundenplan.

Für die Stellvertretende Pflegedirektorin Angela Ahrens bedeutet der Berufssprachkurs  eine klassische Win-Win-Situation: „Wir als Arbeitgeber profitieren davon, wenn unsere Mitarbeiter mit Migrationshintergrund noch besser und vor allem berufsbezogen Deutsch mit bestandener C1-Prüfung sprechen. Sie haben dann die Möglichkeit ein unbefristetes Bleiberecht zu bekommen und dadurch auch ihre Familien schneller nachzuholen. Daher ist das C1-Zertifikat sehr wichtig für einige unserer philippinischen Pflegekräfte, die ihren Ehepartner und kleine Kinder noch auf der anderen Seite der Erde haben, und auch eine große Motivation.“

Die Kursteilnehmer stammen aus Syrien, Albanien und von den Philippinen und haben verschiedene Migrationsgründe: Einige sind vor Krieg in ihrer Heimat geflüchtet, andere haben sich bewusst für ein Berufsleben in Deutschland entschieden und vorab Deutsch gelernt. Alle Krankenhausmitarbeiter möchten vor allem das aktive Sprechen und ihre Grammatik verbessern. Sie möchten sich weiterentwickeln und arbeiten an einer sicheren Zukunft in Deutschland.

Der berufsbezogene Sprachkurs wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanziell gefördert, da er die langfristige Integration der Teilnehmer in die Gesellschaft unterstützt. Ein Anteil der Kosten muss von den Sprachschülern selbst bezahlt werden, die den Kurs zusätzlich zu ihrer Arbeit absolvieren. Ein wichtiger Anreiz für die Sprachschüler ist, dass sie bei Bestehen der Prüfung die Hälfte der Gebühren für den Sprachkurs zurückerhalten. Eine Besonderheit dieses vom BAMF geförderten Kurses ist, dass es neben einer sprachlichen Förderung auch konkrete Hilfen bei bürokratischen Hürden gibt. Ilona Akopjan: „Die Migrationsberatungen für erwachsene Zuwanderer in Schleswig-Holstein, kurz MBE und MBSH, begleiten den Berufssprachkurs. Sie unterstützen die Teilnehmer in Fragen der Familienzusammenführung, der Steuererklärung oder bei Terminen mit der Ausländerbehörde.“

Über das Krankenhaus Reinbek

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift ist ein freigemeinnütziges Krankenhaus mit expandierender Entwicklung und überregionalem Einzugsgebiet direkt an der östlichen Stadtgrenze von Hamburg. Es verfügt über 351 Betten in den Fachrichtungen Kardiologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Hämato-/Onkologie und Palliativmedizin sowie der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Urologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, interventionelle Radiologie sowie  Gynäkologie und Geburtshilfe.

Jährlich werden über 19.000 stationäre und 25.000 ambulante Fälle behandelt und 9.000 Operationen durchgeführt. Im St. Adolf-Stift arbeiten rund 1.000 Menschen in den unterschiedlichen Bereichen. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg und einer der größten Ausbildungsbetriebe in Reinbek. Das christliche Menschenbild ist Grundlage und Maßstab unseres Handelns.

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KRANKENHAUS REINBEK ST. ADOLF-STIFT,
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