Experten des Onkologischen Zentrums referieren über Vorsorge, Behandlung und Nachsorge von Tumoren
Beim Tumor-Tag im St. Adolf-Stift berichten am 3. September Onkologen, Internisten, Radiologen, Chirurgen, Urologen und Gynäkologen von ihrer Tätigkeit im Onkologischen Zentrum des Krankenhauses Reinbek: Hier sehen Sie vier der insgesamt sieben Referenten (v.l.n.r.) Urologie-Chefarzt Dr. David Marghawal, Onkologie-Chefarzt Dr. Cay-Uwe von Seydewitz, Chirurgie-Chefarzt Prof. Tim Strate und der neue Gastroenterologie-Chefarzt Privatdozent Dr. Hanno Ehlken.
Das Krankenhaus Reinbek ist mit seinem von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Onkologischen Zentrum und den dazugehörigen Organzentren für Darm, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Gynäkologischen Tumoren und Brustkrebs auf die interdisziplinäre Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten spezialisiert. In diesem Jahr wurde es zusätzlich auch noch als Uroonkologisches Zentrum für die Tumore der Harnblase, der Niere und der Prostata von der DKG ausgezeichnet.
Vorträge im Zehn-Minuten-Takt: Von der Darmspiegelung über moderne Bildgebung und Therapien bis zur Nachsorge nach Brustkrebs
Im Rahmen seines Tumor-Tages lädt das St. Adolf-Stift zu einer Informationsveranstaltung am Donnerstag, 3. September von 16.30 bis 18.30 Uhr in die Aula der Pflegeschule, Hamburger Straße 41, ein. In zwei Stunden erklären Ärzte des Krankenhauses Reinbek im zehn-Minuten-Takt wie verschiedene Krebsarten erkannt und behandelt werden und beantworten Fragen aus dem Publikum. Von 16 bis 19 Uhr gibt es darüber hinaus Informationen an Ständen von Selbsthilfegruppen und Anbietern rund um die Krebserkrankung.
Den Auftakt macht Privatdozent Dr. Hanno Ehlken um 16.30 Uhr mit dem Vortrag „Vorsorge von Tumoren des Verdauungstraktes“. Der Internist und Gastroenterologe ist seit Januar neuer Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologe.
„Die meisten Tumore des Verdauungstrakts betreffen den Dickdarm. Bei der etablierten Darmspiegelung können wir nicht nur Polypen erkennen, sondern auch gleich abtragen, bevor aus ihnen Krebs entstehen kann. Weitere Vorsorgeuntersuchungen im Verdauungstrakt sind möglich.“
Falls es schon zu einem Tumor am Enddarm gekommen ist und dieser vielleicht schon gestreut hat, sollte man sich in ein zertifiziertes Darmkrebszentrum wie das im St. Adolf-Stift begeben. Onkologie-Chefarzt Dr. Cay-Uwe von Seydewitz sagt: „Es hat sich viel in den letzten Jahren getan. Die Medikamente für Krebspatienten werden immer besser. Am Beispiel des Kolon-Karzinoms erläutere ich die Behandlungsmöglichkeiten, die zur Wahl stehen. Die individuelle Therapie der Patienten legen wir gemeinsam mit anderen Fachdisziplinen und nach den aktuellen Leitlinien in unseren beiden wöchentlichen Tumorkonferenzen fest. Dabei versuchen wir wo immer möglich eine organerhaltende Behandlung, sodass ein dauerhafter künstlicher Darmausgang möglichst vermieden wird.“
Mitglied der Tumorkonferenz ist auch Prof. Dr. Tim Strate, der Chefarzt der Chirurgischen Klinik. In seinem Vortrag stellt er neue Entwicklungen bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs vor: „Das Pankreaskarzinom wird leider oft sehr spät entdeckt, so dass selten Heilung möglich ist. Aber neue Therapiemöglichkeiten, die gerade auf einem ASCO-Kongress vorgestellt wurden, versprechen eine wesentlich bessere Prognose bei diesem tückischen Krebs.“
Radiologie-Chefarzt Prof. Dr. Gerrit Krupski-Berdien ist mit seiner Klinik Dienstleister für alle anderen Fachgebiete, die sich in Reinbek um Krebspatienten kümmern. Denn ohne gute Diagnostik ist keine Therapie möglich. Im Vortrag „Moderne Bildgebung des Prostatakarzinoms“ beschreibt er seine Rolle als Radiologe in der Onkologie am Beispiel der häufigsten Krebsart von Männern.
Dr. David Marghawal, der Chefarzt der Urologie, ist anerkannter Robotik-Spezialist. In seinem Vortrag geht es um das Nierenzellkarzinom und Blasenkrebs.
„Nierenkrebs ist oft ein Zufallsbefund. Zum Glück gibt es neben der besonders schonenden Operation mittels da Vinci auch in den fortgeschrittenen Stadien immer mehr Therapieoptionen. Auch beim Blasenkrebs werden gerade zahlreiche neue medikamentöse und operative Behandlungsmöglichkeiten entwickelt. Im letzten Jahr gelang sogar zum ersten Mal eine Transplantation der Harnblase.“
Den Abschluss bilden zwei Referate aus der Frauenklinik, die sowohl als Brustkrebszentrum als auch als Gynäkologisches Krebszentrum von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert ist. Roland Flurschütz ist als Oberarzt auf den Gebärmutterhalskrebs spezialisiert, hat dafür sogar von der Kassenärztlichen Vereinigung eine Ermächtigung für eine Dysplasie-Sprechstunde, zu der Gynäkologen der Umgebung Verdachtsfälle zur ambulanten Abklärung schicken. Flurschütz: „Wir verfügen über ein hochauflösendes Videokolposkop, mit dessen Hilfe wir die Haut am Genital und den Muttermund genau untersuchen, Proben entnehmen und Laserbehandlungen vornehmen können.“ Noch besser sei jedoch, wenn Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren eine Impfung gegen das humane Papillomvirus (HPV) erhielten. Eltern sollten sich frühzeitig informieren. „Weil es sich um sexuell übertragbare Erreger handelt, ist eine Impfung seit 2018 auch für Jungen angeraten, damit sie die Viren nicht auf ihre Sexualpartnerinnen übertragen, die bei den Frauen zu spät erkannt sogar tödlich verlaufen können.“
Die Geschäftsführende Oberärztin der Frauenklinik, Dr. Nana Bündgen, ist Senior Mammaoperateurin, das heißt sie ist auf die Operation von Brustkrebs spezialisiert. Ihr Vortrag lautet: „Nachsorge nach Brustkrebs.“ Sie fragt aus Sicht der Betroffenen: Wie geht es weiter und was kann ich selbst für mich tun?
Um 18.00 startet das Patientenforum. Unter dem Motto „Patient:innen fragen – Expert:innen antworten“ können in 30 Minuten alle Fragen geklärt werden, die sich während der Vorträge ergeben haben.
16.00 – 19.00 Uhr Infostände im Foyer
Vor und nach der Veranstaltung können sich die Besucher im Foyer der Aula an verschiedenen Ständen Informieren (angefragt). So können sich Frauen mit Brustkrebs mit Mitgliedern der Selbsthilfegruppen „Brustkrebs 50 plus“ und „Pink Ladies“ austauschen. Auch der Selbsthilfe-Bund Blasenkrebs e.V. wird an diesem Nachmittag vertreten sein. Ein Stomatherapeut von Homecare Studio zeigt, dass man keine Angst vor einem künstlichen Darm-Ausgang haben muss. Der ambulante Hospizverein Reinbek berichtet von seiner Arbeit genauso wie das Team der ambulanten Palliativversorgung SAPV Bergedorf. Ein weiterer Stand wird vom SVS Stormarn betrieben, dieser bietet vielfältige Beratungs- und Unterstützungsangebote im Kreis Stormarn an, unter anderem in der psychoonkologischen Beratung von an Krebs erkrankten Menschen und ihren Angehörigen in Reinbek.
Einlass ist um 16.00 Uhr, ab dann und zum Teil auch nach der Veranstaltung können die Infostände besucht werden. Die Vorträge beginnen um 16.30 Uhr. Um 18.00 beginnt die Fragerunde. Geplantes Ende der Vorträge ist um 18.30 Uhr.
Der Besuch der Veranstaltung ist kostenlos. Die Aula des Krankenhauses Reinbek ist in der Nähe der Parkpalette an der Loddenallee (Haus G).