Den Gründerinnen verpflichtet

Konsul Adolf Schramm erwarb 1883 ein Haus samt dazu gehörigem Grundstück und stellte dies auf Wunsch seiner spanischen Ehefrau Emilia den „Grauen Schwestern von der heiligen Elisabeth“ als Erholungsheim zur Verfügung. Die Ordensschwestern gründeten schon ein Jahr später ein Siechenhaus für Kranke.

Seit den Anfangsjahren hat sich das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift zu einem 
modernen Krankenhaus mit expandierendem Wachstum und überregionaler Bedeutung entwickelt.

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Krankenpflege nach Vorbild der Elisabethschwestern

Den Grundsätzen des christlichen Menschenbildes folgend begannen bereits 1883 drei Ordensschwestern der Kongregation zu Heiligen Elisabeth ihre pflegerische Arbeit in Reinbek. In einem einfachen reetgedeckten Haus kamen sie ihrem karitativen Auftrag nach. Haus, Grund und Boden wurde den Schwestern von Konsul Adolf Schramm überlassen.

Diese erste Einrichtung wurde nach deren Wohltäter Schramm´sche Stiftung genannt. Aus Platzgründen konnten seinerzeit nur 12 Patienten aufgenommen werden. Die Not und der Bedarf führten in den darauf folgenden Jahren und Jahrzehnten zu Erweiterungs- und Neubauten. Heute hat unser Krankenhaus 351 Betten in hochwertig ausgestatteten Zimmern mit Blick ins Billetal und in den Sachsenwald.

Die pflegerische Versorgung unserer Patienten erfolgte bis nach dem 2. Weltkrieg ausschließlich durch Ordensschwestern. Nun liegt sie weitgehend in den Händen ziviler Krankenschwestern und Krankenpfleger.
 

Aus der ursprünglichen elementaren Grundpflege entwickelte sich in den über 125 Jahren eine professionelle Versorgung der Kranken mit breit gefächerter Spezialisierung unter Nutzung hoch entwickelter Medizintechnik, die insbesondere auf der Intensivstation und in den Funktionsabteilungen zum Tragen kommt. Der Wissenszuwachs der vergangenen Jahre und Jahrzehnte war infolge vielfältiger Forschungsaktivitäten in Medizin und Pflege immens und steigt stetig. Aus diesem Grund legen wir großen Wert auf eine kontinuierliche begleitende Fort- und Weiterbildung aller Mitarbeiter.

Die Schwestern von der heiligen Elisabeth

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift wurde 1884 von den Schwestern von der heiligen Elisabeth gegründet, einer katholischen Ordensgemeinschaft, die 1842 in Neiße (Schlesien) begann und 1871 die Approbation als Kongregation päpstlichen Rechts erhielt.

Bis 1946 befand sich das Mutterhaus in Breslau. Heute ist Rom der Sitz des Generalats. Gegliedert in 10 Ordensprovinzen wirken in den 247 Niederlassungen über 2000 Ordensschwestern. Die Gründerinnen wählten zur Patronin ihres Werkes die heilige Elisabeth von Thüringen, das Vorbild der tätigen Nächstenliebe. Seit ihrer Gründung dient die Kongregation dem Menschen in seinen vielfältigen Nöten. So unter anderem eben auch durch den Betrieb von Krankenhäusern.

Das St. Adolf-Stift gehörte seit seiner Gründung der Katholischen Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth (KWA) an. Einer Gemeinschaft von Krankenhäusern, Altenheimen und vielen weiteren sozialen Einrichtungen, in denen rund 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig waren. Der Rechtsträgerin KWA wurde 1864 durch den preußischen König Wilhelm I. die Rechtsfähigkeit als Stiftung öffentlichen Rechts verliehen. Die KWA hat ihren Sitz in Reinbek und war Trägerin aller Einrichtungen der Ordenskongregation in Deutschland. So steht auch das St. Adolf-Stift in einer verpflichtenden Traditionslinie zu den Werten der Gründerinnen der Ordensgemeinschaft.

Alte Tradition - junger Verbund

Die Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift GmbH ist seit 2014 eine gemeinnützige Gesellschaft des Elisabeth Vinzenz Verbundes (EVV), der bundesweit katholische Krankenhäuser sowie weitere Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen betreibt. Der Elisabeth Vinzenz Verbund ist ein Zusammenschluss des bisherigen Trägers Katholische Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth sowie der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul, die in Hildesheim das ebenfalls katholische St. Bernward Krankenhaus betreiben. Mit insgesamt 12 Krankenhäusern, ca. 3.800 Klinikbetten und rund 8.500 Beschäftigten zählt der Elisabeth Vinzenzverbund zu den größten christlichen Krankenhausträgern in Deutschland.

Die Katholischen Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth (KWA) Reinbek und die Kirchlichen Stiftung St. Bernward Hildesheim sind Anteilseigner der zentralen Holding Gesellschaft „Elisabeth Vinzenz Verbund GmbH“ mit Sitz in Berlin. Geschäftsführer des EVV sind Dr. Sven Ulrich Langner und Olaf Klok. Der Aufsichtsrat steht unter Vorsitz von Sr. M. Dominika Kinder, Provinzoberin der Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth und auch bisherige KWA-Aufsichtsratsvorsitzende.

Weitere Informationen über den Verbund unter   www.elisabeth-vinzenz.de

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Die Heilige Elisabeth - Patronin des gründenden Ordens

Aus dem Leben der Heiligen Elisabeth von Thüringen (1207 - 1231)

Patronin der Caritas, Namensfest am 19. November

Elisabeth, die Landgräfin von Thüringen, wird mit Recht als eine der größten deutschen Heiligen verehrt. Ihr Leben hat nicht lange gewährt, aber was sie bewirkt hat, ist unvergessen. Geboren 1207 auf der Burg Sáros-Patak in Ungarn als Tochter des Königs Andreas II. und seiner ersten Gemahlin Gertrud von Andechs, einer Schwester der hl. Hedwig, wurde sie mit vier Jahren mit dem elfjährigen Sohn des Landgrafen von Thüringen, Ludwig, verlobt und zur gemeinsamen Erziehung auf die Wartburg gebracht. 

Elisabeth war ein übermütiges, strahlend vergnügtes Kind, ihr ungarisches Temperament riss ihre Spielgefährten mit, ihre Liebenswürdigkeit bezauberte die Hofgesellschaft. Früh jedoch trafen sie persönliche Schicksalsschläge: 1213 wurde ihre Mutter ermordet, 1215 starb Landgraf Hermann, ihr väterlicher Beschützer im fremden Land. Das tiefinnerlich veranlagte Kind wurde immer ernster. Es beobachtete mit wachen Sinnen den krassen Unterschied zwischen dem Luxus auf der Burg und der Armut, die drunten im Land beim einfachen Volk herrschte. Sie erkannte, dass ein solcher Gegensatz zwischen Reichtum und Elend den Grundgeboten Gottes widersprechen müsse.

Und dieser Gedanke ließ Elisabeth ihr ganzes Leben lang nicht mehr los. Soweit es möglich war, trug die zukünftige Landesherrin bescheidene Kleider und ging ohne Schmuck zum Gottesdienst. Wo sie nur konnte, milderte sie die Not der Armen. Es erhoben sich aber Stimmen gegen die Fremde. Man warf ihr vor, sie eigne sich zu einer Dienstmagd, aber nicht zu einer deutschen Fürstin. Nur Ludwig hielt zu ihr und drängte auf baldige Vermählung. Elisabeth war fünfzehn Jahre alt, als sie mit ihm getraut wurde. Sie war dem Gatten in tiefer Liebe zugetan und schenkte ihm drei Kinder. Ihr Einfluss auf ihren Gemahl wirkte sich sogleich aus. Das verschwenderische Treiben am Hof fand ein Ende; Ludwig erlaubte seiner frommen Gattin, Armen und Kranken zu helfen. Sie selbst pflegte Aussätzige und nahm sich der zahlreichen Waisenkinder an. In der Hungersnot des Jahres 1225 öffnete sie die eigenen Kornkammern und verteilte die Vorräte an die Armen. Ihre Mildtätigkeit ging so weit, dass die Versorgung der Burg ernstlich gefährdet wurde, so dass Ludwig ihr Einhalt gebieten musste.

Immer mehr wurde sie ein Ärgernis für die so ganz anders eingestellten Hofleute. Jetzt trat Konrad von Marburg, der gestrenge Predigermönch, in ihr Leben. 1227 schloss sich Ludwig, von ihm aufgerufen, dem Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. an. Wenige Monate später traf die Nachricht von seinem Tode ein. Elisabeth stand allein. Ihre Feinde triumphierten. Aller Hass gegen die Landgräfin brach hervor, als Ludwigs jüngerer Bruder Heinrich die Herrschaft übernahm. Man entzog der Wehrlosen ihre Witwengüter. Mitten im Winter musste sie die Burg verlassen. Nun selber dem äußersten Elend preisgegeben, klopfte sie zusammen mit ihren Kindern an jede Tür. Nirgends fand sie Aufnahme, denn Heinrich drohte allen mit seiner Rache, die Elisabeth aufnehmen würden. Inzwischen hörten ihre Verwandten von ihrem Elend und ihr Onkel Egbert, Bischof von Bamberg, holte sie zu sich. Um sie vor ihren Feinden zu retten, bemühte er sich, sie zu einer zweiten Ehe (mit Kaiser Friedrich II.) zu bewegen. Aber sie lehnte ab. Ihr Beichtvater Konrad von Marburg verweigerte ihr die ersehnte Aufnahme als Franziskanerin. Gemeinsam zogen sie nach Marburg. Dort wurde Elisabeth Mitglied des dritten Ordens. 

Der harte Inquisitor Konrad verlangte, dass sie ihren Kindern und Verwandten entsagte und nahm ihr zu ihrem Schmerz auch die beiden getreuen Mägde, die mit ihr in die Verbannung gezogen waren. Unter seinem Einfluß erwachte immer stärker das mystische Leben der mittelalterlichen Heiligen in Elisabeth. Nachdem ihre Verwandtschaft einen Teil ihrer Güter für sie zurückgewonnen hatte, gründete Elisabeth 1228/29 in Marburg das Franziskus-Hospital und widmete sich hier ohne Rücksicht auf ihre rasch verfallenden Kräfte ganz der Kranken- und Armenpflege. 

Sie starb am 17. November 1231 mit vierundzwanzig Jahren. Schon vier Jahre nach ihrem frühen Tod wurde sie von Papst Gregor IX. heilig gesprochen. Von den zahlreichen Votivgaben und großherzigen Spenden konnte bald schon der Grundstein zur berühmten Elisabeth-Kirche in Marburg gelegt werden, wo ihr Sarkophag eine würdige Ruhestätte fand. Am 1. Mai 1236 hatte die feierliche Erhebung der Gebeine der Heiligen in Anwesenheit von Kaiser Friedrich II. stattgefunden. Dieser stiftete eine Krone, mit der der Leichnam gekrönt wurde und einen Becher. Die Krone befindet sich heute im Stadtmuseum in Stockholm. Weitere Reliquien der Heiligen befinden sich im Elisabeth-Kloster in Wien.

 

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Der Heilige Adolf - Patron des Krankenhauses

Der Heilige Adolf von Osnabrück (1185 - 1224)

Patron des Krankenhauses, Namensfest am 13. Februar

Adolf wurde um 1185 als Sohn des westfälischen Grafen Simon von Tecklenburg geboren. Erzogen wurde er bei den Mönchen des berühmten Klosters Camp am Niederrhein. Das  Beispiel der Zisterzienser übte einen starken Eindruck auf den jungen Grafensohn aus. Er wäre am liebsten selber in den Orden eingetreten und hätte gern als einer der ihren mit den Mönchen gearbeitet. Aber sein Vater widersetzte sich seinem Wunsch, musste sich aber darin fügen, daß der Sohn Theologie studierte und dann die Priesterweihe empfing. 

So sehr es auch Adolf zu einem Leben in demütiger Verborgenheit zog, musste er diese Sehnsucht jedoch opfern; es war ihm ein Leben in der Öffentlichkeit bestimmt, seine Talente sollten nicht ungebraucht ruhen. Sehr bald schon nach der Priesterweihe erhielt er eine Domherrnstelle an der Kölner Metropolitankirche und war dort eine Zeit lang Kanonikus. Im Jahre 1216 erging an ihn der Ruf, den Bischofsstuhl von Osnabrück zu besteigen. Er schuf mannigfache kirchenrechtliche Neuerungen während seiner Amtstätigkeit, aber die Werke seines Geistes traten zurück vor den Werken seines Herzens. 

Der Bischof entfaltete eine unermüdliche karitative Tätigkeit, sein Haus stand jedem offen, der mit einer Bitte oder einem Anliegen zu ihm kam. Arme und Bedrängte fanden in ihm ihren Helfer und Anwalt, er war ein gütiger Tröster der Kranken, und der Bischof dünkte sich nicht zu hoch, selber in die armseligen Hütten zu gehen, wo die Not und das Leid herrschten, um dort nach dem Rechten zu sehen und Hilfe zu bringen. Am 11. Februar 1224 starb der große Bischof; sein Leichnam wurde in der Domkirche zu Osnabrück beigesetzt. Das Andenken an diesen Mann voll mildtätiger Liebe voll Verständnis für die Nöte der Armen und Kranken, erhielt sich durch alle Jahrhunderte im Volk lebendig. In der kirchlichen Ikonographie wird der heilige Adolf als Bischof vor einem Pestkranken stehend und ihn unter Hinweis auf das Bild des Gekreuzigten tröstend dargestellt.