Pflegedienstleitung Pflegedienst Lachs Rgb

Projekt Pflegepool - eine Win-Win-Situation für Haus und Mitarbeiterinnen

2016 initierte unsere Stellvertretende Pflegedirektorin Angela Ahrens ein Projekt für junge Mütter oder Frauen, die anderweitig mit den starren Zeiten eines 3-Schicht-Systems in der Pflege nicht zurecht kommen. Das Projekt war ein voller Erfolg für beide Seiten: Die Frauen, die früher in ihren geliebten Krankenhaus-Job zurückkommen und für die Stationen, bei denen langfristige Ausfälle besser abgepuffert werden. Ein Internview.

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Frau Ahrens, wenn Sie so zurückblicken auf den Projektstart im Frühling 2016, woran erinnern sie sich besonders?

„Es gab sehr viele Bewerbungen, viel mehr als auf andere Stellenausschreibugen und zum Teil ungläubige Anrufe, ob man wirklich die Zeiten selbst bestimmen kann. Die „Angebote“, die die Pflegekräfte dem Haus gemacht haben, sind besser als erwartet: Es gibt Frauen, die von Montag bis Donnerstag ganze Frühschichten arbeiten können, die also eine reguläre Kraft an diesen 4 Tagen ersetzen.
Und alle neuen Mitarbeiterinnen sind hoch motiviert, weil sie eine Chance bekommen, Kind und Beruf zu vereinbaren.
Die Mitarbeiterinnen bekamen damals eine Befristung auf jeweils ein Jahr (sprich 1.5.2017 oder 1.8.2017 und diese Befristungen werden seit Anfang des Jahres nach und nach durch neue, unbefristete Verträge ersetzt, damit die Mitarbeiterinnen rechtzeitig wissen woran sie sind (man muss sich ja 3 Monate vor Vertragsende sonst arbeitssuchend melden).
Das Modellprojekt Pool war also erfolgreich und ist jetzt ein ganz normales Team Pool geworden, sprich es wird auf jeden Fall fortgeführt.

Wie viele Mitarbeiter/innen haben Sie derzeit im Pool?

„Es sind rund +/- 8Mitarbeiterinnen über den Pflegepool bei uns angestellt, das ändert sich immer ein wenig. Der Umfang reicht von einem 400 Euro-Job bis hin zu einer 30-Stunden-Woche. Ursprünglich sollten nur 3 Vollzeitkräfte-Planstellen mit Pflegepool-Anteilen besetzt werden, jetzt sind es 4 Vollzeitkräftestellen (also 4x 38,5 Stunden /Woche nur durch Pool-Mitarbeiterinnen). Es kommen ab und zu neue hinzu und andere gehen. Zwei Mitarbeiterinnen aus dem Haus haben auch in den Pool gewechselt, um ihre Kinder besser mit dem Beruf zu vereinbaren.

Wie machen Sie es mit der Einarbeitung und Anbindung ans Haus?

„Zunächst wurden / werden alle einen Monat lang auf einer Station eingearbeitet, die keine Vakanzen hat. Dort lernen sie die aktuellen Pflegestandards inklusive der elektronischen Pflegedokumentation, können das Haus kennenlernen und bekommen Einweisungen in Geräte. Nach einem Monat geht es dann wochen- oder monatsweise auf die Stationen, bei denen eine reguläre Stelle unbesetzt ist oder wo ein Kollege im Langzeitkrank ist. Die Einteilung übernimmt die Pflegedienstleitung nach Priorität. Je nachdem welche Zeitkontingente die Pflegekräfte zur Verfügung stellen, unterstützen sie in der Zeit die Kollegen bei deren Patienten (Essen anreichen, Verbände anlegen, Patientenwaschen) oder bekommen – wenn sie eine reguläre Frühschicht arbeiten können - ihre „eigenen“ Patienten, für die sie dann komplett zuständig sind.

Die Pool-Mitarbeiterinnen treffen sich einmal im Monat gemeinsam zu einer Dienstbesprechung, dort werden aktuelle Themen besprochen, Fortbildungen arrangiert, der Sommerurlaub geplant etc. Und sie erhalten dann für den nächsten Monat die Stationen genannt, auf der sie eingesetzt werden. Die Arbeitszeiten stehen ja dagegen schon fest, da die Frauen diese ja selbst entscheiden. Achtung, es ist ja kein klassischer Springer-Einsatz, weil diese Frauen ja gerade eine besonders langfristige Planung brauchen.

Wie planen Sie die Einsätze, was kommt wo hin?

"Natürlich geht es immer danach, wo durch zum Beispiel Langzeitkrank oder Schwangerschaft / anstehende OP oder Kündigung die größten Vakanzen sind. Diese Stationen werden prioritär behandelt.

Was die Mitarbeiterinnen angeht, zeigt sich, dass die Pflegekräfte favorisierte Stationen oder Bereich haben, also z.B. arbeitet die eine lieber auf einer chirurgischen Station, die andere vielleicht lieber auf einer internistischen Station.

Die konkrete Station kann zwar nicht ausgesucht werden (sonst wäre es ja kein Pool mehr bzw. unfair gegenüber den Stationsmitarbeitern, die im Schicht-System sind), aber die Pflegedienstleitung versucht natürlich, die Mitarbeiterinnen ihren Stärken entsprechend einzusetzen."

Welche Erfahrungen haben die verschiedenen Bereiche mit dem Einsatz der Pool-Mitarbeiter gemacht? Wie hat es sich weiterentwickelt?

"Die Resonanz aus den Stationen ist gut. Denn die neuen Mitarbeiterinnen sind motiviert und voller Tatendrang und wir haben wirklich nette Kolleginnen dazugewonnen, die auf den Stationen gut ankommen. Die Stationsleitungen sagen jetzt schon: „Ich hätte gern im Juni jemanden aus dem Pool.“ Und das ist doch ein super Feedback.

Eine Pool-Mitarbeiterin hat im Herbst auf eine Station als dort festangestellte Pflegekraft gewechselt. Eine weitere hat gerade auch einen Vertrag in einem festen Bereich in Aussicht. Weitere Frauen werden mittel- oder langfristig folgen, wenn die Kinder größer sind oder sich andere Gegebenheiten ändern, die derzeit keinen Schichtdienst möglich machen.

Wir sind also sehr zufrieden mit unserem Projekt Pflegepool."