St. Adolf-Stift und Radiologische Allianz unterschreiben 18-Millionen-Vertrag über neue Strahlentherapie in Reinbek

Die Kooperation ermöglicht vor Ort die ambulante und stationäre Komplettversorgung von Krebspatienten im Südosten Hamburgs
Vertragsunterzeichnung Strahlentherapie 1314

Besiegelten ihre Kooperation für den 18 Millionen Euro teuren Neubau der Strahlentherapie am Krankenhaus Reinbek mit einer Unterschrift:
Geschäftsführer Björn Pestinger vom St. Adolf-Stift (3.v.l.) und Dr. Christian Giro von der Radiologischen Allianz (4.v.l.) in Anwesenheit vom Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Stefan Jäckle und Chefarzt Prof. Tim Strate sowie dem Radiologen Dr. Martin Simon, Strahlentherapeut Dr. Ronald Bischoff sowie Uwe Pfeifer von der Praxis Service GmbH.

„Mit dem Bau einer Strahlentherapie zusammen mit der Radiologischen Allianz direkt neben unserem St. Adolf-Stift werden wir zukünftig im Osten der Metropolregion Hamburg für unsere Tumorpatienten eine Komplettversorgung anbieten können“, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Björn Pestinger. „Wir freuen uns, einen so starken Partner gefunden zu haben.“ Die Verträge wurden heute (23. Juni) unterschrieben.

Das Grundstück an der Hamburger Straße 39 gehört dem Krankenhaus und wird in Erbpacht an die Radiologische Allianz vergeben, die dort für insgesamt 18 Millionen Euro einen Neubau am Hang errichten wird. Die Radiologische Allianz ist einer der bundesweit führenden Anbieter für ambulante Leistungen in der Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Schon jetzt ist der Zusammenschluss von niedergelassenen Ärzten an 15 Standorten aktiv, darunter ist je eine Strahlenpraxis mit Geräten der neuesten Generation in Hamburg-Altona und in Hamburg-Barmbek – integriert mitten im Wohngebiet. Im geplanten Neubau über 3 Geschosse sind sowohl eine ambulante Radiologie, eine nuklearmedizinische Behandlung als auch eine Strahlentherapie und -diagnostik von Patienten vorgesehen, die in enger Abstimmung mit den Krankenhausärzten und niedergelassenen Onkologen stattfinden wird.

Dr. Ronald Bischoff, Facharzt für Strahlentherapie und einer der Gesellschafter der Radiologischen Allianz erklärt sein Fachgebiet: „Die Strahlentherapie ist eine Behandlungsmethode mit hoher Präzision. Mit der in modernen Linearbeschleunigern erzeugten Energie können wir beispielsweise Tumoren vor einer geplanten Operation verkleinern, damit sie später besser operiert werden können. In einigen Fällen, wie bei bestimmten Arten von Prostata- oder Lungenkrebs, kann durch die Strahlentherapie auf eine Operation völlig verzichtet werden. Es können auch Schmerzen durch Tumore oder Arthrose gelindert werden und bei Knochenmetastasen eine Stabilisierung des befallenen Skelettabschnittes erreicht werden.“ Dr. Bischoff bietet schon jetzt ein- bis zweimal wöchentlich eine Sprechstunde für ambulante und Krankenhauspatienten in Reinbek an, die einer Strahlentherapie bedürfen.

Strahlentherapeut Dr. Christian Giro, in der Geschäftsführung der Radiologischen Allianz zuständig für den Bereich Strahlentherapie, gibt Einblicke in die Arbeitsweise: „Zunächst ist ein fundiertes medizinisches Wissen durch uns Ärzte sowie durch Medizinphysiker notwendig, die für jeden Patienten sehr individuell die Dosis berechnen und eine ideale Lagerung festlegen. Hinzu kommen Therapie- und Diagnostikgeräte auf neuesten technologischen Stand. Die modernen Linearbeschleuniger geben die Strahlung sehr präzise aus verschiedenen Richtungen und Formen nur auf die betroffenen Tumorareale ab, so dass die umgebenden Organe geschont werden, während der Krebs in der Zellteilung behindert wird.“

Bereits heute ist die Tumortherapie im Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift ein großer Schwerpunkt, geprägt von sehr guter medizinischer Ergebnisqualität, die sich positiv auf die Therapieerfolge auswirkt. Ob in der Bauchchirurgie, der Urologie, der Frauenheilkunde, der Endoskopie des gesamten Magen-Darm-Traktes, in der Radiologie oder in der Abteilung für Onkologie. Gemeinsam in enger Verzahnung mit niedergelassenen Ärzten behandeln die Reinbeker Ärzte viele Krebspatienten. „Was vor Ort noch fehlte, war eine Strahlentherapie, unsere Patienten fahren derzeit nach Hamburg oder gar bis nach Lübeck“, sagt der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Stefan Jäckle. „Dabei benötigen gerade Krebspatienten während der akuten Behandlungsphase in Krankenhaus und Praxis eine enge Zusammenarbeit und Absprache der behandelnden Ärzte und auch im Anschluss in der Nachsorge eine individuelle Betreuung und Begleitung.“ Insofern freuten sich die Onkologen und die Niedergelassenen, die mit dem St. Adolf-Stiftes eine spezialfachärztliche Versorgung anbieten, auf die onkologische Behandlung auf Spitzenniveau, die vor Ort und individuell die jeweils beste Therapieentscheidung ermöglicht.

Dr. Martin Simon MaHM, in der Geschäftsführung der Radiologischen Allianz verantwortlich für den Bereich Radiologie, ergänzt: „Das strahlentherapeutische Spektrum wird um eine umfangreiche und modernste radiologische Diagnostik komplementiert werden. Davon können nicht nur die Krankenhauspatienten, sondern auch ambulante Patienten aus dem gesamten Umland profitieren.“
 
Als Mieter im Neubau konnte zudem ein histologisches Labor gewonnen werden, damit die Wege bei der Diagnostik von Gewebeproben und Abstrichen verkürzt werden. Prof. Dr. Tim Strate, Chefarzt der Chirurgie erklärt: „Aktuell werden so genannte Schnellschnitte von einer laufenden OP per Auto in die Pathologie von Prof. Markus Tiemann nach Hamburg gebracht, um sicher zu gehen, dass das gesamte Tumorgewebe entfernt wurde. Wenn unser Pathologe seine Zweigstelle bald vor Ort hat, sparen wir wertvolle Zeit und unnötige Transportkosten – und die Patienten erhalten die beste Therapie bei einer kürzeren Operationszeit.“

Der Bau wird von zwei Architekturbüros ausgeführt, die auf Praxen für Strahlentherapie spezialisiert sind. Allein die medizinischen Geräte werden rund 3,5 Millionen Euro kosten. Weitere 3 Millionen werden für den so genannten Bunker samt Lüftungstechnik und Stromversorgung eingerechnet. Dr. Christian Giro erläutert: „Wir haben die meisten Gewerke bereits zusammen, am wichtigsten ist unser erfahrener Bunkerbauer. Aus Gründen des Strahlenschutzes sind die Wände des Behandlungsraums, in dem das Therapiegerät steht, aus Schwerbeton. Zudem wird in Hanglage gebaut, so dass der Raum gar nicht sichtbar sein wird.“ Realisiert werden soll die Maßnahme im Jahr 2022, aktuell werden die Bauanträge gestellt.

 

Hintergrund

Über die Radiologische Allianz


Die Radiologische Allianz wurde 2009 als überörtliche  Gemeinschaftspraxis gegründet und ist ein Zusammenschluss von inzwischen 15 Standorten und klinischen Kooperationen in und um Hamburg, in denen mehr als 70 hochqualifizierte Ärztinnen und Ärzte tätig sind. Sie bieten ihren PatientInnen das gesamte Leistungsspektrum radiologischer, nuklearmedizinischer und strahlentherapeutischer Verfahren an. Die Radiologische Allianz ist ein unabhängig ärztlich geführtes Unternehmen im alleinigen Eigentum von 25 freiberuflichen Ärztinnen und Ärzten, das für umfassendes Fachwissen und persönliche Betreuung kombiniert mit modernster Gerätetechnik  steht – für eine bestmögliche Diagnostik und Therapie. Die Radiologie Allianz ist Gründungspartner des Radiologie-Netzwerks Starvision.


Technische Details zur Strahlentherapie

Das Leistungsspektrum der Radiologischen Allianz ermöglicht bereits heute die Diagnostik und Therapie aller wesentlichen Tumorerkrankungen auf höchstem Niveau. Hierbei stehen auch besondere Therapieverfahren wie die bildgeführte (Image Guided Radiotherapy – IGRT), intensitätsmodulierte (IMRT und VMAT - Volumetric Arc Therapy) und atemgesteuerte (Gating) Strahlentherapie zur Verfügung.
Speziell für die Behandlung des Prostatakarzinomes wird eine MRT-geführte Strahlentherapieplanung („MRI only“) durchgeführt. In Kombination mit dem Halcyon-Linearbeschleuniger und täglicher Bildführung gelingt eine hervorragende Präzision.
Für die Therapie von Tumoren der Lunge, Leber, der Lymphknoten und des Gehirnes bietet die Radiologische Allianz stereotaktische Bestrahlung mit speziell ausgestatteten Linearbeschleunigern der Firma VARIAN (Halcyon, TrueBeam, HyperArc) an. Hirnmetastasen und Erkrankungen wie Akustikusneurinome, Meningeome und Gefäßerkrankungen (arteriovenöse Malformationen - AVM) können radiochirurgisch mit dem Leksell Gammaknife am Interdisziplinären Centrum für Radiochirurgie (ICERA) behandelt werden.

 

Über das Krankenhaus Reinbek

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift ist ein freigemeinnütziges Krankenhaus mit expandierender Entwicklung und überregionalem Einzugsgebiet direkt an der östlichen Stadtgrenze von Hamburg. Es verfügt über 351 Betten in den Fachrichtungen Kardiologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Hämato-/Onkologie und Palliativmedizin sowie der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Urologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, interventionelle Radiologie sowie  Gynäkologie und Geburtshilfe.

Jährlich werden über 19.000 stationäre und 25.000 ambulante Fälle behandelt und 9.000 Operationen durchgeführt. Im St. Adolf-Stift arbeiten rund 1.000 Menschen in den unterschiedlichen Bereichen. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg und einer der größten Ausbildungsbetriebe in Reinbek. Das christliche Menschenbild ist Grundlage und Maßstab unseres Handelns.

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Dipl.-Soz.
Andrea
Schulz-Colberg
Presse- und Öffentlichkeitsreferentin
Telefonnummer
040 / 72 80 - 34 88
KRANKENHAUS REINBEK ST. ADOLF-STIFT,
Hamburger Straße 41, 21465 Reinbek
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