Krankenhausmitarbeitende gedenken der Corona-Opfer in einem Freiluftgottesdienst

Die Krankenhausleitung dankte den Mitarbeitenden aller Berufsgruppen für ihren unermüdlichen Einsatz in der Pandemie. Am Ende wurde gemeinsam ein Baum gepflanzt, der an die Covid-Opfer erinnern und zugleich ein Hoffnungszeichen sein soll.
Corona-Gedenkfeier vor der Intensivstation

Am Donnerstagnachmittag haben sich im Garten des Krankenhauses Reinbek rund 50 Mitarbeitende mit Abstand und Maske unter freiem Himmel zu einer Gedenkfeier für die Opfer der Corona-Pandemie versammelt. Sie gedachten der über 400 Patienten, die seit Mitte März 2020 aufgrund einer Covid-19-Infektion in Reinbek stationär behandelt wurden.

Am Donnerstagnachmittag (15.4.) haben sich im Garten des Krankenhauses Reinbek rund 50 Mitarbeitende mit Abstand und Maske unter freiem Himmel zu einer Gedenkfeier für die Opfer der Corona-Pandemie versammelt. Sie gedachten der über 400 Patienten, die seit Mitte März 2020 aufgrund einer Covid-19-Infektion in Reinbek stationär behandelt wurden.  

Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Stefan Jäckle sagte zu Beginn: „Besonders denken wir heute an die Menschen, die im St. Adolf-Stift an oder mit dieser heimtückischen Erkrankung verstorben sind, an ihre Angehörigen und Freunde. Wir trauern über 35 Patienten auf unserer Intensivstation und 60 Patienten auf unseren Corona-Stationen, die aufgrund von Alter oder Vorerkrankungen keine Maximaltherapie gewünscht haben. Wir sprechen dabei nicht über Zahlen, sondern über Mitmenschen, die wir kennenlernen durften, die wir schätzen gelernt haben, die wir wegen ihrer Geduld und Tapferkeit bewundert haben und die wir vermissen. Jeder von uns wird einzelne Schicksale vor Augen haben.“

Die Gedenkfeier wurde von den beiden Krankenhausseelsorgerinnen Pastorin Frauke Rörden und Annemarie Nyqvist geleitet. Sie hatten Wünsche und Erlebnisse von Mitarbeitenden erfragt und in den Gottesdienst mitaufgenommen. So sangen zwei Pflege-Auszubildende ein Lied, das sich ein Kollege gewünscht hatte. Zu den Fürbitten wurden Rosen in eine Vase gesteckt, die später auf die Covid-Isolierstation gebracht wurde.
Pastorin Rörden sagte: „Es ist gut, dass wir hier zusammen sind und einmal inne halten. Darauf liegt Segen. Auch darauf, wenn Mitarbeitenden zu schönen Momenten bei einsamen Covid-Patienten beitragen konnten oder wenn Menschen geheilt entlassen werden können. Aus dem Teilen dieser Erlebnisse ziehen wir Kraft und Vertrauen.“

Annemarie Nyqvist lud alle Anwesenden ein, sich zur Erinnerung an diesen Gottesdienst einen in einem Mispelbusch aufgehängte Kristalltropfen mitzunehmen: „Tropfen stehen für die Tränen, die wir in dieser Corona-Zeit geweint haben, aber auch für die Hoffnung. Denn diese Kristalltropfen werfen hundertfach Regenbogensplitter wenn die Sonne scheint. Die Glastropfen lassen uns die Verbindung erkennen zwischen Gott und den Menschen, zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen uns und unseren Patienten und genauso die untereinander.“

Mit Hilfe der Krankenhausgärtner wurde auf dem Krankenhausgelände zur Erinnerung an die Pandemie, aber auch als Hoffnungszeiten eine große Baumhasel gepflanzt. So können die Mitarbeitenden auch in vielen Jahren durch diesen Baum an einem festen Ort an die Opfer der Coronapandemie denken.

Pflegedirektor Nils Wulf sagte am Ende der Gedenkfeier: „So eine Zeit verändert die Klinik, die Menschen der Umgang miteinander. Diese Zeiten schweißen zusammen. So sagten Kollegen zu mir: ‚Das wahre Gesicht eines Krankenhauses zeigt sich in Zeiten wie diesen – und das Gesicht vom St. Adolf-Stift ist gut und zugewandt.‘ Über solche Aussagen freue ich mich. Denn unser Fokus liegt auf der Patientenversorgung. Wir als Klinikleitung danken allen unseren Mitarbeitenden: Jeder Berufsgruppe gilt ein großes Lob für ihren unermüdlichen Einsatz. Und wir werden mit ihnen gemeinsam auch gut durch die restliche Pandemiezeit gehen.“

Über das Krankenhaus Reinbek

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift ist ein freigemeinnütziges Krankenhaus mit expandierender Entwicklung und überregionalem Einzugsgebiet direkt an der östlichen Stadtgrenze von Hamburg. Es verfügt über 351 Betten in den Fachrichtungen Kardiologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Hämato-/Onkologie und Palliativmedizin sowie der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Urologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin, interventionelle Radiologie sowie  Gynäkologie und Geburtshilfe.

Jährlich werden über 19.000 stationäre und 25.000 ambulante Fälle behandelt und 9.000 Operationen durchgeführt. Im St. Adolf-Stift arbeiten rund 1.000 Menschen in den unterschiedlichen Bereichen. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg und einer der größten Ausbildungsbetriebe in Reinbek. Das christliche Menschenbild ist Grundlage und Maßstab unseres Handelns.

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