Krankenhaus Reinbek verhängt Besuchsstopp zum Schutz seiner Patienten vor von außen mitgebrachten Coronaviren

Auch Patientenveranstaltungen und Fortbildungen werden ausgesetzt – Bislang kein Corona-Patient im St. Adolf-Stift
Corona Hellblau Adobe

Der dringenden Empfehlung des Schleswig-Holsteinischen Gesundheitsministeriums folgend gilt ab sofort ein weitgehendes Besuchsverbot für Angehörige von Patienten auch im Krankenhaus Reinbek.

Ausgenommen sind vereinzelte Besuche bei Schwerstkranken auf der Palliativstation oder nach Vereinbarung auf anderen Stationen sowie werdende Väter, die Schwangere bei der Geburt begleiten. Infektfreie Angehörige, die sich in den vergangenen 14 Tagen nicht in einem Risikogebiet aufgehalten haben, können Patienten weiterhin zum Krankenhaus bringen oder von dort abholen oder wichtige Utensilien für ihre Angehörigen am Krankenhausempfang am Haupteingang abgeben. Bei Betreten des Krankenhauses sind die Desinfektionsmittelspender für eine 30-sekündige Händehygiene zu nutzen.

Prof. Dr. Stefan Jäckle, Ärztlicher Direktor des St. Adolf-Stiftes sagt: „Die Sicherheit der uns anvertrauten Patienten steht bei uns an erster Stelle! Das Coronavirus hat längst Schleswig-Holstein und Hamburg erreicht. Da ein Rückgang der Infektionswelle noch nicht absehbar ist, müssen wir alles tun, um die Infektionsgefahr für unsere Patienten, aber auch unsere Mitarbeitenden so gering wie möglich zu halten.“ Da die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Infektion und dem Beginn von ersten Symptomen – 2 bis 14 Tage betrage, könne ein Besucher, der sich vollkommen gesund fühle, trotzdem das Virus ins Krankenhaus tragen und andere Menschen anstecken. Jäckle: „Die Verläufe von Covid-19 sind bei vorerkrankten und durch eine Operation geschwächten Patienten nach Erfahrungen anderer Länder besonders schwer. Vor dieser Gefahr müssen wir die uns anvertrauten Menschen auf jeden Fall so effizient wie möglich schützen, darum hatte sich die Krankenhausleitung bereits gestern vor der offiziellen Empfehlung des Schleswig Holsteinischen Gesundheitsministeriums für ein generelles Besuchsverbot entschieden.“

Die Patienten wurden darüber heute Vormittag bei der Essenvergabe informiert. Auf den Besuchsstopp wird auch auf Aushängen an den Krankenhauseingängen sowie auf der Webseite www.krankenhaus-reinbek.de hingewiesen. Um allen Patienten weiterhin Kontakt zu ihren Angehörigen zu ermöglichen, hat das Krankenhaus die Grundgebühr für Gespräche ins Inland ausgesetzt. Telefonate ins deutsche Festnetz sind ab sofort für alle Patienten kostenlos möglich.

Veranstaltungen verschoben

Das Krankenhaus Reinbek sagt – dem Robert Koch-Institut folgend –  bis auf weiteres sämtliche Veranstaltungen für Patienten sowie Fortbildungen für externe Ärzte ab. Davon betroffen sind auch der Nierentag am 24. März sowie die zweimal im Monat stattfindenden Info-Abende für Schwangere. Werdende Eltern können sich auf der umfangreichen Webseite unter www.geburt-in-reinbek.de sowie bei der Geburtsanmeldung ab der 34. Schwangerschaftswoche in einem persönlichen Gespräch über die Geburtshilfe informieren.

Das St. Adolf-Stift hat bereits Ende Februar eine eigene Station für Patienten mit sehr hohem Fieber, schweren Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen eingerichtet. Hier wurden bislang nur Patienten mit schweren Verläufen der saisonalen Grippe „Influenza“ behandelt. Alle Tests auf das Coronavirus waren bislang negativ. Die Zentrale Notaufnahme des Krankenhauses bleibt Anlaufstelle für schwere Krankheitsverläufe, etwa für Patienten, die beatmet werden müssen. Menschen mit normalen Erkältungssymptomen wenden sich weiterhin telefonisch unter 116 117 an die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung. Hier berät Sie ein Allgemeinmediziner, ob aufgrund von aktuellen Risiken eine labordiagnostische Abklärung notwendig erscheint. Solange gelte: Kontakt und Händeschütteln vermeiden, gründliches Händewaschen mit Flüssigseife, in ein Taschentuch oder die Armbeuge husten und niesen, nicht in die Hand. Betreten Sie keine Arztpraxis oder Krankenhaus ohne vorherige Anmeldung, damit Sie zunächst mit einem einfachen Mundschutz ausgestattet werden können.

 

Bei Corona-Verdacht

Wenn Sie in Sorge sind, dass Sie sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben könnten: Fahren Sie NICHT in ein Krankenhaus, eine Notfallpraxis oder eine Arztpraxis!

 

Rufen Sie stattdessen den ärztlichen Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen unter der Telefonnummer 116 117 an!


Bei einem begründeten Verdachtsfall wird eine geschulte Fachkraft oder ein Arzt einen Hausbesuch bei Ihnen machen. Dort wird eine Probe genommen, die innerhalb weniger Stunden im Labor ausgewertet wird.

Schwer Erkrankte mit Luftnot, die eine stationäre Aufnahme benötigen, wenden sich bitte an die Notrufnummer 112.

Mehr Informationen zum Prozedere und Verhaltensregeln finden Sie auf der Corona-Virus-Webseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter https://www.116117.de/de/coronavirus.php

 

Allgemeine Hinweise bei Atemwegsinfekten

 

  • Grundsätzlich werden Maßnahmen der persönlichen Hygiene empfohlen: Häufiges Händewaschen, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand halten zu Erkrankten.

  • Halten Sie beim Husten und Niesen Abstand von anderen und drehen Sie sich weg.

  • Benutzen Sie ein Taschentuch oder halten die Armbeuge vor Mund und Nase.  

  • Kurieren Sie sich zu Hause aus.

  • Verzichten Sie auf enge Körperkontakte.

  • Halten Sie sich, wenn möglich, allein oder in einem separaten Raum auf.

  • Benutzen Sie Essgeschirr oder Handtücher nicht mit anderen gemeinsam.